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Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU): "Ich will mir nach der Wahl noch ins Gesicht schauen können"

Berlin/Bonn (ots) - Vor der Wahl des oder der neuen CDU-Vorsitzenden beim Parteitag in Hamburg hat Annegret Kramp-Karrenbauer für einen fairen Umgang in der Partei plädiert. "Ich will nicht nur am Freitag zur Parteivorsitzenden gewählt werden, ich will mir nach der Wahl im Spiegel noch ins Gesicht schauen können. Es geht hier um eine Frage des anständigen menschlichen Umgangs miteinander", sagte die Generalsekretärin im phoenix tagesgespräch. Annegret Kramp-Karrenbauer gilt neben Friedrich Merz als aussichtsreiche Kandidatin für den Parteivorsitz und steht für einen Politikstil, der Angela Merkel ähnlich ist. Sie selbst sieht das anders: "Ich habe mein eigenes Profil und meine eigene Biografie, darin unterscheide ich mich auch von Angela Merkel. Ich habe sehr deutlich gesagt, dass dort, wo die Unterschiede liegen, diese erkennbar sind. Da werde ich auch keine gesteuerte und bewusste Harmonie suchen. Aber auf der anderen Seite werde ich mich auch nicht künstlich von Punkten distanzieren, die ich politisch mit Angela Merkel teile."

Die CDU müsse sich durch konstruktive Kontroversen wieder profilieren und ihr eigenes Gewicht wieder stärker erkennen. Das funktioniere "nicht, indem wir uns so sehr von anderen abgrenzen, sondern indem wir politische Vorschläge machen, die so überzeugend sind, dass andere ihren Weg wieder zu uns finden", so Kramp-Karrenbauer. Ein wichtiges Thema im kommenden Jahr sei für sie Europa: "Es ist wichtig, dass wir als CDU unsere Vorstellungen und unsere Vision von Europa noch einmal deutlich machen. [...] Nicht noch mehr Institutionen und Bürokratie in Brüssel, sondern mehr Ideen in der Zusammenarbeit der europäischen Staaten untereinander. Europa gehört in den Wesenskern der CDU hinein."

Kramp-Karrenbauer kündigte außerdem an, im Falle einer Niederlage am Freitag das Amt der Generalsekretärin nicht fortführen zu wollen, der Partei bei Bedarf aber weiter zur Verfügung zu stehen: "Ich möchte die Delegierten davon überzeugen, mich zur Parteivorsitzenden zu wählen. Das ist der Plan A und einen Plan B gibt es nicht."

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