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VdTÜV-Ratgeber zur Grillsaison: Gefahrlos und gesund Grillen

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VdTÜV-Ratgeber zur Grillsaison: Gefahrlos und gesund Grillen

+++ Vorsicht Brandgefahr beim Grillen

+++ Keime und Bakterien beim Grillgut verringern

+++ Grill-Apps nicht blind vertrauen

Im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon: Grillen ist ein Vergnügen für die ganze Familie - und auch am Vatertag sehr beliebt. Es kommt jedoch immer wieder zu Unfällen mit Sach- und Personenschaden. Wie Sie sicher und gesund im Freien grillen, erklärt der TÜV-Verband (VdTÜV).

Verbrennungen vermeiden

"Je nach Grill können Hitzeentwicklungen von über 400 Grad entstehen. Bei unvorsichtigem Handeln kann es leicht zu Verbrennungen kommen", erklärt Brand- und Explosionsschutzexperte Hermann Dinkler vom VdTÜV. Elektro- und Gasgrills bieten im Gegensatz zu Holzkohlegrills den Vorteil, dass kein offenes Feuer und praktisch keine Rauchentwicklung entstehen. Bei Gasgrills ist darauf zu achten, dass die Gasflasche richtig angeschlossen wird und an den Verbindungen kein Gas ausströmt.

Wenn Sie einen Holzkohlegrill verwenden, stellen Sie ihn dort auf, wo es windstill ist und sich möglichst wenig Menschen aufhalten. Achten Sie auf einen festen Stand. Der Grill sollte genug Abstand zu brennbaren Flächen oder Tisch-Ac­ces­soires haben. "Nie mit einem Holzkohle- oder Gasgrill in geschlossenen Räumen grillen, da bei der Verbrennung entstehendes Kohlenmonoxid zu Erstickungsgefahr führen kann. Nutzen Sie keine Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin. Diese können schnell zu einer Stichflamme führen. Dagegen sind spezielle Anzündwürfel besser geeignet. Eine Grillschürze und Grillbesteck sollten immer benutzt werden, um Verbrennungen zu vermeiden", so Dinkler.

Wird zusätzlich zum Grillen noch Essen in einem Topf mit Fett erhitzt, ist darauf zu achten, dass Fett, das zu lange erhitzt wird, sich schnell zu einem Fettbrand entwickeln kann. Kommt es durch Unaufmerksamkeit beim Grillen zu einem Fettbrand, hilft nur ein spezieller Feuerlöscher weiter, der für Fettbrand geeignet ist, oder eine spezielle Löschdecke. Niemals einen Fettbrand mit Wasser löschen, sonst kommt es zu einer sogenannten Fettexplosion. Im Zweifel die Feuerwehr unter 112 rufen.

Gesundheit beim Grillen beachten

Fleisch sollte am besten erst kurz vor dem Grillen nach draußen gebracht und direkt auf den Grill gelegt werden. Wenn Fleisch in der Sonne steht, können sich Keime oder Bakterien auf dem rohen Fleisch schnell vermehren.

Das Grillgut erst auflegen, wenn die Holzkohle gut durchgeglüht ist. "Wenn der Grillvorgang lange andauert, können sich beim Röstvorgang krebserregende Stoffe bilden. Wenn tierische Fette oder Öle aus der Marinade in das Feuer oder auf die Heizschlangen des Elektrogrills heruntertropfen, können gesundheitlich gefährliche Stoffe sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen, die mit verzehrt werden. Sie erkennen dies, wenn bläulicher Rauch entsteht", rät Dinkler. Auch wenn Obst, Gemüse oder Käse auf dem Grill zu stark bräunen, steigen unerwünschte Stoffe auf der Oberfläche sprunghaft an. Marinaden und Öl daher vor dem Grillen gründlich vom Fleisch abtupfen, so entsteht weniger Rauch. Legen Sie das Grillgut am besten auf Aluminiumschalen. So tropft kein Fett auf die Holzkohle. Das Fleisch sollte gut durchgegart aber nicht schwarz sein.

Wenn der Grillspaß ein längeres Vergnügen wird, sollte nicht sofort benötigtes Grillgut wieder zurück in den Kühlschrank gelegt werden. Es besteht bei ungenügender Kühlung die Gefahr, dass sich eventuell vorhandene Keime, wie Salmonellen, in Fleisch, Fisch oder empfindlichen Beilagen an warmen Tagen stark vermehren.

Digital Grillen mit virtuellem Timer

In einigen Haushalten gehört mittlerweile der digitale Helfer als App zum Grill-Werkzeug. Apps z.B. als Grillthermometer können die Temperatur und Garzeiten überwachen und diese auf dem Smarthone anzeigen. "Verbraucher sollten sich nicht ausschließlich auf den digitalen Grillassistenten verlassen. Wir raten jedem Grillmeister, regelmäßig selber nachzusehen, dass nichts anbrennt", erklärt Dinkler.

Auf Nachbarn Rücksicht nehmen

Regelmäßig gibt es in der Grillsaison auch Streit mit dem Nachbarn. Grillgerüche sind für viele ein Ärgernis. Ob und wie häufig gegrillt werden darf, hängt u.a. von der Hausordnung ab. "Wir empfehlen, sich vorher über Grillregeln zu informieren", so Dinkler. Oft hilft es, den Nachbarn einfach zum Grillen einzuladen oder vor dem Grillen z.B. per SMS zu informieren, damit der Nachbar noch schnell die Schlafzimmerfenster schließen kann.

Geraldine Salborn
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