Campact e.V.

Federflausch und Kükentod

Federflausch und Kükentod

Berlin, 28. März 2018. Anlässlich der Ostereier-Bräuche weist die Bürgerbewegung Campact auf das ungelöste Problem des Kükenschredderns hin. Jedes Jahr heißt es für etwa 50 Millionen kleine Hähne: "aus der Schale in den Tod". Da männliche Küken zur Eierproduktion nicht gebraucht werden, sortiert man sie aus. Sie werden geschreddert oder vergast. Schon fast 250.000 Menschen haben auf der Online-Plattform WeAct die Petition der Bremerin Janine Schulz unterzeichnet, die dem ein Ende machen möchte.

"Überall sieht man jetzt Bilder von Ostereiern und flauschigen Küken. Aber die Wahrheit ist grausam. Die kleinen Hähne schlüpfen zum gelben Federflausch, um gleich danach getötet zu werden", sagt Maria Lohbeck, die die Petition auf WeAct betreut. "Es ist gut, dass die Bundesregierung endlich auf den politischen Druck reagiert."

Das Töten von Eintagsküken wollen die Koalitionäre zur Mitte der Legislaturperiode (Ende 2019) beenden. "Das ist auch der Erfolg des Appells", so Maria Lohbeck. "Die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner muss nun alternative Methoden zum Schreddern durchsetzen." Bislang ist in der Eierproduktion keine Technik, mit der das Geschlecht der Küken vor dem Schlüpfen zuverlässig bestimmt werden kann. Es gibt vielversprechende Forschungsprojekte aus Leipzig und Dresden, bei denen Eier mit männlichem Erbgut schon wenige Tage nach der Befruchtung aussortiert werden können. Eine Technik, bei der das Geschlecht durch ein kleines Loch im Ei bestimmt wird, soll ab Herbst in einer Brüterei zum Einsatz kommen.

Es schlüpfen in etwa genauso viele männliche wie weibliche Küken. Die Männer-Küken sind schlanker, lauter und immer zu einem Rangkämpfchen aufgelegt. Aber nur die weiblichen finden in der modernen Landwirtschaft Verwendung: zur Produktion von Eiern und Fleisch. Die Rassen sind auf Legeleistung oder schnelle Mast gezüchtet. In Geflügelprojekten wie "Bruderküken-Initiative", "Hähnlein" oder "Spitze und Bube" dürfen die kleinen Hähne wenigstens ein paar Monate leben. Andere Züchter bemühen sich um die alte Rassen, die zur Zweitnutzung taugen, so genannte Zwiehühner, wie das Vorwerkhuhn aus Hamburg oder das Sundheimer Huhn aus Baden. Bis das Kükenschreddern verboten wird, lohnt sich ein genauer Blick ins Eier- oder Geflügelregal.

Den WeAct-Appell finden Sie hier: https://weact.campact.de/petitions/retten-sie-50-millionen-kuken

Olga Perov, Pressestelle Campact und WeAct, presse@campact.de, Tel.: 04231 957
490 (auch mobil), Artilleriestraße 6, 27283 Verden 



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