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Pommes: Heiß, fettig und belastet
Greenpeace-Untersuchung: Pommes Frites enthalten Rückstände von perfluorierten Tensiden

Berlin (ots)

Pommes Frites enthalten nach Untersuchungen von
Greenpeace Rückstände von perfluorierten Tensiden (PFT), die im 
Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Im Auftrag von Greenpeace 
analysierte das Fraunhofer Institut Schmallenberg (NRW) Pommes Frites
aus fünf deutschen Städten auf Perfluoroktansäure (PFOA) und 
Perfluoroktansulfonat (PFOS). Die Testergebnisse haben 
Greenpeace-Aktivisten heute im Bundesumweltministerium in Berlin 
abgegeben - zusammen mit einem überdimensionalen Reagenzglas voll 
frittierter Kartoffelstäbchen. Sie fordern Bundesumweltminister 
Sigmar Gabriel (SPD) damit auf, die deutsche Blockadehaltung bei den 
Verhandlungen um das neue EU-Chemikaliengesetz REACH zu beenden und 
Verbraucher und Umwelt besser vor gefährlichen Chemikalien zu 
schützen. Am 13. Dezember soll REACH (Registrierung, Evaluierung und 
Autorisierung von Chemikalien) in Zweiter Lesung im Europäischen 
Parlament verabschiedet werden.
"Neben viel Fett und Salz verzehren Verbraucher mit jeder Portion 
der untersuchten Pommes Frites gesundheitsgefährdende Chemikalien", 
sagt Greenpeace-Sprecherin Corinna Hölzel. "Die PFT-Schadstoffe 
reichern sich im menschlichen Blut und in der Muttermilch an."
In den Kartoffel-Proben fand das Fraunhofer Institut zwischen 0,32
und 0,95 Mikrogramm pro Kilogramm PFOS und zwischen 1,57 und 2,81 
Mikrogramm pro Kilogramm PFOA. Die perfluorierten Chemikalien  können
auf mehreren Wegen in die Pommes gelangt sein: Wegen ihrer 
fettabweisenden und hitzebeständigen Eigenschaften werden sie zum 
Beispiel als Beschichtung von Pommes-Frites-Tüten verwendet. Sie 
können auch über Klärschlämme in den Boden und damit in Feldfrüchte 
wie Kartoffeln kommen. Grenzwerte für perfluorierte Tenside in 
Lebensmitteln gibt es bisher nicht.
Dr. Hermann Kruse von der Universität Kiel hat die 
Labor-Ergebnisse für Greenpeace bewertet. Der Toxikologe äußert sich 
kritisch zur Entwicklung von Grenzwerten für PFT. "Die Datenlage ist 
unzulänglich, PFT können toxikologisch noch nicht abschließend 
bewertet werden", sagt Kruse. "Grenzwerte würden eine Sicherheit nur 
vorgaukeln. Ihre Akzeptanz würde dazu führen, dass wir die Belastung 
mit langlebigen, sich anreichernden Substanzen einfach dulden. 
Grundsätzlich sollten Stoffe wie PFT nicht in Nahrungsmitteln 
enthalten sein."
Greenpeace hat in den vergangenen Monaten PFT in Fischen, im 
Trinkwasser und im Blut von Prominenten nachgewiesen. "Auch der Fall 
der Pommes Frites zeigt, dass Chemikalien nicht angemessen 
kontrolliert werden können", sagt Hölzel. "Die Bundesregierung muss 
die Industrie durch REACH verpflichten, sichere Alternativen für 
gefährliche Chemikalien zu entwickeln."
Die getesteten Kartoffel-Snacks wurden in Berlin, Hamburg, 
München, Dortmund und Dresden gekauft. Auch eine Probe tiefgefrorene 
Pommes wurde analysiert.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Corinna Hölzel, Tel. 
0171-8787 833 oder Pressesprecherin Simone Miller, Tel. 0171-870 
6647. Fotos von der Übergabe erhalten Sie unter Tel. 040-30618-376.
Testergebnisse unter www.einkaufsnetz.org,  www.greenpeace.de.

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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