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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar geöffnete Feldpost

Regensburg (ots) - Keine Frage: Die Bundeswehr befindet sich in Afghanistan in einem Kriegseinsatz. Das heißt aber nicht, dass sich die Soldaten am Hindukusch damit rechtlich in einem Ausnahmezustand befinden, wenn es um ihre Privatsphäre geht. Dass die Feldpost offenbar systematisch durchsucht worden ist, ist ein Skandal. Allerdings ist Vorsicht geboten: Noch weiß niemand, wer für die Vorfälle verantwortlich ist. Auch wenn man schnell die Geheimdienste in Verdacht haben mag: Die dilettantische Art und Weise, mit der die Briefe geöffnet worden sind, spricht dagegen. Schließlich geht es den Geheimdiensten als Experten in Sachen stille Post doch darum, zu ermitteln, ohne dass es jemand bemerkt. Aber selbst wenn geheimdienstliche Aktivitäten hinter dem Fall stecken sollten: Das rechtfertigt nicht den Eingriff in die Privatsphäre der Soldaten. Gefordert ist jetzt der Bundesverteidigungsminister. Karl-Theodor zu Guttenberg muss die Sache schnell aufklären. Er genießt in der Truppe einen exzellenten Ruf. Der könnte aber schnell auf dem Spiel stehen, wenn die Soldaten das Gefühl bekommen, bespitzelt zu werden.

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