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PM Funde seltener Urwaldkäfer öffnen Fenster in jahrtausendealte Vergangenheit der Schwäbischen Alb

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Funde seltener Urwaldkäfer öffnen Fenster in jahrtausendealte Vergangenheit der Schwäbischen Alb

In Sielmanns Waldbiotop Schwäbische Alb sind Experten auf ganz besondere Käfer gestoßen: Das Vorkommen der Tiere beweist, dass das Gebiet zu den wenigen verbliebenen Resten ursprünglicher Wälder in Mitteleuropa zählt.

Seit vielen tausend Jahren ist das Gebiet von Sielmanns Waldbiotop Schwäbische Alb sehr wahrscheinlich durchgehend bewaldet. Während an vielen anderen Orten Flächen gerodet oder bewirtschaftet wurden, blieben die oberen Hänge rund um Weißenstein im Landkreis Göppingen vor allem aufgrund ihres steilen Reliefs weitgehend sich selbst überlassen. Ein äußerst kostbarer Zustand: Es handelt sich somit um Relikte jenes Urwalds, der sich nach der letzten Eiszeit in Europa flächendeckend ausbreitete.

Relikte des einst vorherrschenden Urwalds

Bewiesen haben das zwei unscheinbare Käfer, die bei einer wissenschaftlichen Erfassung in dem Waldgebiet festgestellt wurden. Reitters Strunksaftkäfer (Synchita separanda) und der Rothörnige Moosgroßhalbflügler (Hesperus rufipennis) heißen die beiden bemerkenswerten Funde. Sie zählen zu den sogenannten Urwald-Reliktarten. „Diese Käferarten können nur dann überleben, wenn sie über viele Jahrhunderte hinweg kontinuierlich alte Bäume und entsprechende Totholz-Lebensräume vorfinden“, erklärt Käferexperte Andreas Weigel, der die Erfassung im Auftrag der Heinz Sielmann Stiftung durchgeführt hat.

Die Tiere leben unter der Rinde oder in Höhlen alter Baumstämme und ernähren sich häufig von Pilzen oder Kleinstorganismen. „Zudem können sich Urwald-Reliktarten kaum oder gar nicht ausbreiten. Wenn also ein Wald gerodet wird oder alte Bäume aus ihm regelmäßig entfernt werden, verschwinden sie“, sagt Weigel.

Käfer als Beweismittel für Waldzustand

Richtige Urwälder existieren heute in Deutschland nicht mehr. Über lange Zeit bestehende Waldbestände sind äußerlich nicht erkennbar. Sie lassen sich aber anhand von Indikatorarten aus Flora und Fauna bestimmen. Wie Funde zeigen, können sich Urwaldreste selbst in alten Parkanlagen verbergen, während manche Wälder, die uns groß und alt erscheinen, zu jung sind, um Urwald-Reliktarten zu beherbergen.

Insgesamt fanden Weigel und seine Kollegen rund 400 holzlebende und teils gefährdete Käferarten auf dem kaum 100 Hektar großen Waldbiotop. Die Ausbeute hätte laut Weigel sogar noch größer sein können. „Wir konnten aufgrund schlechten Wetters nur begrenzte Methoden in relativ kurzer Zeit anwenden“, sagt Weigel: „Dabei hat das Gebiet dank seiner Beschaffenheit ein riesiges Potenzial. Was wir gefunden haben, vermittelt daher nur einen kleinen Eindruck des beeindruckenden Artenreichtums, den man hier noch erwarten kann.“

Waldbiotop dauerhaft unter Prozessschutz gestellt

Wie wertvoll Sielmanns Waldbiotop Schwäbische Alb für die Natur ist, zeigte in der Vergangenheit bereits eine Erfassung von Pilzen, bei der über 700 Arten gefunden wurden. Auch zahlreiche Fledermausarten und seltene Vögel leben hier. Um das Gebiet auch weiterhin in seiner Besonderheit zu bewahren, erwarb die Heinz Sielmann Stiftung seit 2019 rund 95 Hektar Laubwald bei Weißenstein. Alte Bäume werden hier gezielt erhalten, Totholz wird nur dann entfernt, wenn es für die Verkehrssicherung notwendig ist.

„Der Wald in Weißenstein entwickelt sich entsprechend seiner Naturdynamik, das heißt, wir wollen ihn nicht aktiv steuern“, sagt Dr. Heiko Schumacher, Leiter des Geschäftsbereichs Biodiversität bei der Heinz Sielmann Stiftung: „Wir greifen lediglich ein, wenn es um Verkehrssicherung geht oder wenn das Naturerlebnis zum Beispiel durch angelegte Wanderwege unterstützt werden kann.“ Durch die behutsame naturschutzfachliche Betreuung der Stiftung soll das Waldbiotop auch künftig als Lebensraum für eine Vielzahl von Arten erhalten bleiben.

Mehr über Sielmanns Waldbiotop Schwäbische Alb erfahren Sie hier .

Pressefotos

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Caroline Ring
Freie Redakteurin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
i.A. der Heinz Sielmann Stiftung

Tel.: +49 (0)176 6903 6099

E-Mail: ring@die-fachwerkstatt.de

Web: www.sielmann-stiftung.de

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