Alle Storys
Folgen
Keine Story von Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund e.V. mehr verpassen.

Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund e.V.

Internationales Dialogtreffen in Berlin – Berufsimker warnen: Honigbetrug ist Gefahr für ukrainische Wirtschaft

Internationales Dialogtreffen in Berlin – Berufsimker warnen: Honigbetrug ist Gefahr für ukrainische Wirtschaft
  • Bild-Infos
  • Download

Internationales Dialogtreffen GFFA zur Grünen Woche in Berlin

Berufsimker warnen: Honigbetrug ist Gefahr für ukrainische Wirtschaft

Deutschland und Ukraine bündeln künftig Kräfte gegen organisierten Honig-Betrug. Mit Zuckersirup gefälschter Honig ist hochlukrativ und vernichtet wichtige Einnahmen für die ukrainische Landwirtschaft. Im Rahmen der Grünen Woche warnte der Berufsimkerbund eindringlich vor den nationalen Folgen. Der ukrainische Agrarminister reagierte sofort und vereinbart ein Stakeholder-Treffen noch im Frühjahr, um den kriminellen Handel mit gefälschtem Honig zu stoppen.

Zur Grünen Woche 2026 in Berlin diskutierten auf dem 18. Global Forum for Food and Agriculture vom 14. bis 17. Januar 2026 rund 80 internationale Agrarministerinnen und -minister sowie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen u. a. zur Ernährungssicherheit. Zu dem Treffen lud das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ein.

Nicht nur Ernährungssicherheit auch nationale Sicherheit bedroht

Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) warnte insbesondere die Teilnehmer aus der Ukraine eindringlich vor den dramatischen Folgen systematischen Honigbetrugs für ihr Land. In einem Verbandsdialogtreffen mit führenden Agrar- und Forstverbänden beider Länder am Samstag betonte DBIB-Vizepräsident Bernhard Heuvel, dass die ukrainische Landwirtschaft unter Kriegsbedingungen derzeit mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung und der Staatseinnahmen erwirtschaftet. Wenn die Imkerei durch organisierten Honigbetrug zusammenbricht und damit auch die Bestäubung der Feldfrüchte ausfällt, hätte dies verheerende Folgen für die ukrainische Wirtschaft. Heuvel stellte klar: "Der Schutz der ukrainischen Imkerei – und damit der Bestäubungsleistung – ist daher nicht nur eine agrarische, sondern eine Frage der nationalen Sicherheit."

Ukrainischer Agrarminister Sobolew reagiert sofort

Die Teilnehmer des GFFA-Dialogtreffens zeigten sich alarmiert. Der ukrainische Agrarminister Oleksij Sobolew griff die Honig-Thematik in seinem Schlusswort ausdrücklich auf. Er bezeichnete die Bekämpfung von Lebensmittelbetrug am Beispiel Honig als eines der drei prioritären Folgeprojekte dieses Dialogs und versprach, sich persönlich für rasche Gegenmaßnahmen einzusetzen. Als unmittelbares Resultat kündigte er ein deutsch-ukrainisches Stakeholder-Treffen zur Bekämpfung des Honigbetrugs an, das bereits im Frühjahr 2026 in Berlin stattfinden soll. Dazu werden Vertreter der ukrainischen Imkerschaft sowie Behörden beider Länder an einen Tisch gebracht, um einen Aktionsplan gegen den kriminellen Handel zu erarbeiten.

Betrug mit Honig ist hoch lukrativ

Der ökonomische Anreiz ist für den Betrug mit Honig sehr hoch: Bereits ab 20 % Zumischung von Zuckersirup verdoppelt sich die Gewinnmarge für die Fälscher. Diese Sirupe und gefälschten Honige werden durch organisierte Kriminalität weltweit im großen Maßstab in den Verkehr gebracht.

Recherchen der Berufsimker vor Ort in China und in der Ukraine haben gezeigt, dass dieses Problem auch für die Imker aus der Ukraine das schwerwiegendste Problem ist. Die Betrüger nutzen die zollfreien hohen Exporte aus der Ukraine in die EU und nach Deutschland, um ihre gefälschte Ware unterzubringen. Imker, Bauern und Verbraucher in Deutschland und der Ukraine werden geschädigt durch massive Gewinneinbußen – Gewinne, die sie selbst dringend bräuchten, denn unter Kriegsbedingungen ist die Landwirtschaft derzeit die wichtigste Säule der ukrainischen Wirtschaft.

Betrüger und die organisierte Kriminalität stehlen diese Gewinne dem ukrainischen Volk und der ukrainischen Imkerei. Bricht aber die Imkerei zusammen, ist die Bestäubung der wichtigsten Agrarprodukte wie Raps oder Sonnenblumen direkt bedroht. Die Bestäubung erhöht landwirtschaftliche Erträge um 20-50 %.

Berufsimker als politische Brückenbauer

Aus Sicht des DBIB ist das Verbandsdialogtreffen ein voller Erfolg. Das zentrale Anliegen der Berufsimker – die Sicherung von Honigqualität und faire Marktbedingungen – fand Gehör und wurde auf höchster politischer Ebene verankert. Der DBIB kann damit als Brückenbauer zwischen der deutschen und der ukrainischen Imkerei auftreten. Beide Seiten profitieren, wenn kriminelle Importeure vom Markt verschwinden – die deutschen Berufsimker durch fairere Wettbewerbsbedingungen und die Imker in der Ukraine durch echte Absatzmöglichkeiten für ihren hochwertigen Honig. Der DBIB-Vorstand sieht in den vereinbarten Schritten einen wichtigen Durchbruch und wird die weitere Entwicklung eng begleiten.

20.01.2026/Berufsimkerbund/Bernhard Heuvel, Janine Fritsch

(4.700 Zeichen) Artikel kann kostenfrei verwendet werden. Text und Bilder unterliegen dem Urheberschutz. Bei Verwendung als Quelle „Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund“ angeben. Die Bilder werden kostenfrei und einmalig im Zusammenhang mit dieser Pressemeldung zur Verfügung gestellt. Der hinterlegte Copyright-Hinweis ist mit dem jeweiligen Bild zu platzieren.

Kontakt: Bernhard Heuvel, pres@probees.eu

janine.fritsch@berufsimker.de, +49 (0) 151 65168241
Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund e.V. (DBIB)
www.berufsimker.de
Wir vertreten die erwerbsorientierten Imkerinnen und Imker gegenüber Politik und Wirtschaft.