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11.04.2016 – 18:03

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neues deutschland: Zur Debatte über Sexismus in der Werbung: Stereotype

Berlin (ots)

Es ist nicht so, als würde sich gar nichts ändern in der Werbung: Frauen sorgen sich nicht mehr ausschließlich um saubere Hosen für die kleinen Racker, guten Kaffee für die Familie und ihr Aussehen. Nein, manche gehen sogar arbeiten! Trotzdem könnte man nach wie vor meinen, es gäbe eigentlich nur Rama-Familien, schöne, gesunde, weiße und heterosexuelle Menschen und insbesondere Frauen mit Traummaßen. Wer der Norm nicht entspricht, dient als Witzfigur, Exot oder abschreckendes Beispiel (»Papa, wenn ich groß bin, will ich auch Spießer werden«). Das alles wird ein erweitertes »Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb« nicht ändern. Um möglichst große Käuferschichten anzusprechen, muss ein möglichst großer Konsens vorgegaukelt werden. Zweifelsohne wird es schwierig, ein solches Gesetz durchzusetzen und die Grenzen sexistischer Werbung zu definieren. Ein Konsens zwischen jenen, die es schon als Erfolg verkaufen, wenn sich nicht mehr auf jeder Motorhaube eine nackte Frau räkelt, und jenen, die Nacktheit und Sexualität per se schon für Sexismus halten, ist ohnehin nicht möglich. »Bikinifiguren« werden weiterhin die Werbung dominieren und die Geschlechterbilder nicht wesentlich weniger stereotyp ausfallen, wenn auch mal ein Mann den Hosenknopf nicht zu kriegt. Und mit der Kölner Silvesternacht hat das alles nur vermittelt zu tun. Aber das ist erst mal egal. Hauptsache, die Debatte kommt ordentlich in Schwung.

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