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02.01.2008 – 17:51

nd.DerTag / nd.DieWoche

Neues Deutschland: zur Debatte um den Umgang mit jugendlichen Gewalttätern

Berlin (ots)

Eins steht fest: Befänden sich nicht gleich mehrere
Bundesländer mitten im Wahlkampf, dann verliefe die Diskussion über 
den Umgang mit jugendlichen Gewalttätern um einiges ruhiger. Dass 
Hessens Ministerpräsident Roland Koch als Erster die Gelegenheit 
mehrerer Prügelexzesse wahltaktisch benutzt, verwundert nicht - auch 
nicht, dass er das tut, was er am besten kann: polarisieren und mit 
Restriktionen drohen.
 Natürlich muss gegen brutale Schläger konsequent vorgegangen werden,
mit der ganzen Härte der Gesetze. Die es längst gibt und  nicht 
erfunden werden muss, wie Koch und Co. glauben machen wollen. Nicht 
in erster Linie über die Verschärfung des Strafrechts sollte geredet 
werden, sondern über seine Anwendung, die in der Tat oft genug zu 
wünschen übrig lässt - und zwar gegenüber Straftätern aus 
Migrantenfamilien ebenso wie gegenüber gewalttätigen Neonazis.
 Vor allem aber wäre darüber zu reden, welche Werte die Gesellschaft 
den Jüngsten vermittelt,  welche Chancen sie ihnen gibt. Was dabei 
Familien, Schulen, Medien zu leisten haben. Politiker, die sich gegen
menschenwürdige Mindesteinkommen sperren, die im Bildungssystem so 
früh wie möglich die vermeintliche Spreu absondern wollen, die 
kulturelle und religiöse Feindbilder bedienen und deren Fantasie dann
in Schwung kommt, wenn sozialer Druck verstärkt werden soll - solche 
Politiker produzieren Verlierer. Über die sie an 
Wahlkampf-Stammtischen gern schwadronieren.

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