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NRZ: Unwürdiges Gezerre um die Inklusion - ein Kommentar von THEO SCHUMACHER

Essen (ots) - Seit Monaten wird in NRW ein unwürdiges Stück aufgeführt: das Gezerre um die schulische Inklusion. Land und Kommunen streiten voller Inbrunst, wer für den Unterricht mit behinderten Kindern an Regelschulen bezahlen muss. Sicher, die Politik ist gehalten, auch bei hochsensiblen Themen die Frage der Kostenverteilung zu klären. Aber wie sie das vor den Augen jener anstellt, die es im Leben zumeist schwerer haben als andere, ist beschämend. Längst wird der verbriefte Rechtsanspruch auf gemeinsamen Schulbesuch, der nach den Sommerferien gilt, vom Kommunalwahlkampf überlagert. SPD und Grüne wollen den Konflikt, der sie am 25. Mai Wählerstimmen kosten kann, endlich vom Tisch haben. Bei den Kommunalverbänden hat Parteipolitik die Inklusion für ihre Zwecke gekapert. Politisch gewählte Vorsitzende überlassen das Feld hauptamtlichen Funktionären, die mal Ultimaten stellen, mal mit Verfassungsklagen hantieren. Wie lange noch? Zwei Gutachten wurden bestellt, verfasst und ausgewertet. Ergebnis: Man streitet weiter. Jetzt soll noch eine Studie auf kommunaler Seite erhellen, wer Recht hat. Man ahnt, was dabei herauskommt. Derweil versinkt - lächerlich genug, wenn es nicht so traurig wäre - ein zentrales gesellschaftliches Projekt erst einmal im Karneval. Eine Lösung ist überfällig. Es muss um das Wohl zigtausender Kinder und ihre Eltern gehen. Nicht um das Prestige von Finanzakrobaten.

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