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NRZ: Die Lage spitzt sich zu - ein Kommentar von JAN JESSEN

Essen (ots) - Die Lage auf der Krim spitzt sich in einer Art und Weise zu, die fatal an den Ausbruch des Kaukasuskriegs 2008 erinnert, als ständige georgische Angriffe auf Südossetien einen russischen Einmarsch provozierten. Damals wie heute pokern der Westen und Russland um die Macht in der Region. Beide spielen mit den berechtigten Interessen unterschiedlicher Gruppen in der ukrainischen Bevölkerung. Ein sehr gefährliches Spiel, das schnell eskalieren und den Graben zwischen Ost und West noch weiter vertiefen kann. Dazu darf es nicht kommen. Moskau sollte als Teil der Lösung, nicht als Hauptproblem angesehen werden. Anstatt des Aufbaus von Drohkulissen braucht es jetzt feinfühlige Diplomatie von beiden Seiten. Europa muss seine Rolle als Mittler besser ausfüllen. Die kritiklose Solidarität des Westens mit dem bunt gemischten Protest auf dem Maidan hat die Lage in der Ukraine nicht eben vereinfacht. Die Scharfmacher müssen zurückgepfiffen werden; sowohl die nationalistischen und proeuropäischen in Kiew als auch die prorussischen Sezessionisten auf der Krim. Ziel muss die Stärkung besonnener Kräfte und die Erhaltung der territorialen Integrität der Ukraine sein. Zerfällt das Land, drohen Chaos und Bürgerkrieg.

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