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NRZ: Duisburg erhält jüdischen Kindergarten

    Essen (ots) - Erste Anfragen von Eltern liegen schon vor: Duisburg erhält einen jüdischen Kindergarten mit Platz für bis zu 30 Mädchen und Jungen. Die jüdische Gemeinde übernimmt dazu einen leerstehenden Kindergarten der katholischen Kirche, nur wenige Fußminuten von der Synagoge am Innenhafen entfernt. Der Kindergarten, der im Spätsommer an den Start gehen soll, stehe allen Konfessionen offen, betonte Gemeindegeschäftsführer Michael Rubinstein gegenüber NRZ. Der Alltag dort werde sicher "nicht von früh bis spät vom jüdischen Glauben bestimmt". Gleichwohl gehe es natürlich schon darum, einige Grundlagen zu vermitteln: "Wir werden beispielsweise die Feiertage erklären." Es werde Tischgebete in Kurzform geben und koschere, also nach jüdischen Speisegesetzen zubereitete Lebensmittel. "Zu wissen, dass ihr Kind hier keine Schweinefleisch-Frikadellen vorgesetzt bekommt, macht diesen Kindergarten auch für muslimische Eltern attraktiv", ist Michael Rubinstein überzeugt. Landesweit gibt es bisher nur vereinzelt jüdische Kindergärten, in Düsseldorf und Köln etwa oder in Dortmund. Für die Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen erfüllt sich ein langgehegter Wunsch: Sie war in vergangenen zwei Jahrzehnten mächtig gewachsen von 160 auf 2800 Mitglieder. Grund ist der Zuzug von Juden aus den früheren Ostblockstaaten. Für die Realisieruung ihres Wunsches nimmt die Gemeinde viel Geld in die Hand. Sie muss einen 330 000 Euro teuren Anbau vorfinanzieren. Der Bauantrag ist gestellt. Die Anerkennung der Gemeinde als Kindergartenträger liegt bereits vor. Geplant ist auch eine Betreuung für Kinder unter drei Jahren.

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