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Westfalenpost: Die Angst vor dem Abstieg nimmt zu
Kommentar von Rudi Pistilli zur bröckelnden Mittelschicht

Hagen (ots) - Die bröckelnde Mittelschicht sollte die Politiker aufhorchen lassen. Gefühlt nimmt die Angst des Abstiegs bei ihr zu. Der Arbeitsplatz ist unsicherer geworden, befristete Arbeitsverträge sind keine Ausnahme mehr, Unternehmen sehen Mitarbeiter immer öfter nur noch als Kostenfaktor. All das trägt zur Verunsicherung bei, die letztlich die Arbeitsleistung schmälert. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.

Die Wirtschaft in Deutschland brummt. Darum beneiden uns viele Staaten. Tatsächlich wurde der Erfolg auch durch niedrige Löhne und den Einsatz von Leiharbeitern erkauft. Auf die Auswirkungen weist die Studie der Universität Duisburg-Essen zur rechten Zeit hin.

In Zeiten, in denen Flüchtlingsströme ins Land kommen, in denen Menschen Hilfe benötigen, braucht es eine starke Mittelschicht. Und der sollten die Führungskräfte dieses Landes Vertrauen schenken. Grundvoraussetzung ist, dass man ohne Angst um den Status quo seiner Familie in die Zukunft blicken kann. Insofern sollte die Studie Beachtung finden und in einer Debatte münden, wie man die Mittelschicht stärken kann.

Natürlich ist Deutschland ein reiches Land, ein Land, das Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für seine schwarze Null, für sinkende Arbeitslosenzahlen und hohes Steueraufkommen rühmt. Ein Land mit Gewinnern - und Verlierern. Nimmt die Zahl der Verlierer zu, steigt die Anfälligkeit für rechtsextreme Ansichten.

So wichtig der jährliche Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes auch ist: Die Probleme der Mittelschicht müssen ernst genommen werden - und die sind gekoppelt an ihre Arbeitsbedingungen.

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