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Westfalenpost: Martin Korte zur Griechenland-Krise: Unzuverlässig

Hagen (ots) - Die Europäische Union kann es sich nicht erlauben, alle paar Tage einen Sondergipfel zur Griechenland-Krise einzuberufen. Es gibt wichtigere Themen, etwa das sich zuspitzende Flüchtlingselend und den Ukraine-Krieg. Deshalb ist es erfreulich, dass sich Athen mit den Geldgebern zumindest "technisch" über die Modalitäten des dritten Rettungspakets geeinigt hat.

Jetzt kommt das Aber: Regierungschef Alexis Tsipras hat in den vergangenen Monaten so viele politische Volten geschlagen, dass auf ihn nun wirklich kein Verlass mehr ist. Er stellt ja nicht nur die Geduld der europäischen Partner auf eine harte Probe, sondern auch die des eigenen Volkes. Seine Syriza-Partei wird aller Voraussicht nach gegen den Premier stimmen, wenn das Parlament abschließend über das Sparpaket zu befinden hat. Auch Tsipras lehnt das Reformpaket im Grunde ab, weil es seinem Land aufgezwungen worden sei. Trotzdem muss er zustimmen: Athen steht am Abgrund. Schlechte Voraussetzungen für eine nachhaltige Beendigung der Krise. Der Premier redet schon von Neuwahlen im Herbst. Wer weiß denn schon, ob die nächste Regierung sich noch an Absprachen gebunden fühlt.

Das sind keine böswilligen Unkenrufe. Das sind einfach nur Befürchtungen, die aus den Erfahrungen der vergangenen Monate resultieren.

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