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Westfalenpost: Stefan Pohl zum Überlebenskampf bei RWE

Hagen (ots) - Wendig wie ein Öltanker. Dieser Vergleich trifft den RWE-Konzern gar nicht schlecht. Ob er irgendwann überholt sein wird, muss die Zukunft zeigen. Hinhaltende Widerstände sind zu erwarten. Eines ist klar: Der geplante Umbau beim zweitgrößten deutschen Versorger kommt viel zu spät, ist nicht durchgreifend genug und wird weitere Jahre kosten, in denen das Unternehmen in der schönen neuen Energiewelt noch nicht zukunftsfest aufgestellt ist, während die Gewinne weiter einbrechen. Die Kernfrage ist: Was passiert mit der Kraftwerkssparte? Seit 2010 hat sich der Überschuss halbiert, dieser Prozess dürfte sich fortsetzen. Der neue Kurs, den Konzernchef Terium vorgegeben hat, weil Sparen allein nicht mehr ausreicht, ist im Grundsatz richtig: Verschlankung und weniger Bürokratie, damit Entscheidungen schneller am Markt ankommen. Am besten wäre ein Modell, das auf einen Bierdeckel passt. Theoretisch. Die noch gültige Struktur mit ihren zahllosen und verschachtelten Hierarchie-Ebenen, Aktien- und Teilgesellschaften, Königreichen und Fürstentümern stammt noch aus der Zeit, als Energieerzeugung und -verteilung wie eine marktferne Lizenz zum Gelddrucken war. Wer darin bestehen und aufsteigen wollte, musste kein ausgewiesener Experte sein, sondern möglichst einer Partei angehören und sich bei Hofe auskennen. Nur ist Terium, anders als mancher seiner Vorgänger, kein Sonnenkönig, der machen kann, was er will. Die Kommunen haben im Aufsichtsrat ein Wörtchen mitzureden. Die Zeit drängt. Ein dauerhaft geschwächter RWE-Konzern wird nicht für Atom-Altlasten aufkommen. Dann sind die Steuerzahler im Boot.

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