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Westfalenpost: Monika Willer zu Übergriffen auf Flüchtlinge in Sachsen

Hagen (ots) - Wer Flüchtlingen einmal real begegnet, wird die eigene Sichtweise unweigerlich verändern. Denn es macht einen Unterschied, ob man über namenlose "Asylanten" diskutiert, oder ob man Menschen trifft, die in Not und Furcht und oft unter Lebensgefahr ihr Zuhause verlassen mussten. Dann erst stellt man fest, wie gut es uns geht. Und wie komplex das Thema eigentlich ist. Dann wird man auch die Angst verlieren, die Aufwendungen für diese Heimatlosen würden einem selbst irgendetwas wegnehmen. Und man wird eine weitere Beobachtung machen, die beschämt: Ausgerechnet diejenigen, die wenig haben, teilen dies häufig herzlich mit denjenigen, die gar nichts haben. Das sind persönliche Erfahrungen aus unserer Flüchtlingsserie. Unter diesen Aspekten tut es weh, wenn sich im Osten wieder einmal der Mob zusammenrottet und zur Gewalt aufruft gegen Gottesgeschöpfe, die schon genug Gewalt erfahren haben, sonst wären sie nicht hier. Wissen diese Brandstifter nicht mehr, wieviele ihrer Nachbarn aus der früheren DDR geflohen sind? Haben sie vergessen, dass auch afrikanische Kirchengemeinden für die Opfer der Flut in den neuen Ländern gespendet haben? Am Umgang mit den Flüchtlingen prüft sich unser Menschsein. Die Welt dreht sich. Schon morgen könnten auch wir durch Katastrophen oder Kriege zur Flucht gezwungen werden.

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