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Westfalenpost: Entlastung ist notwendig Von Julia Emmrich

Hagen (ots) - Alleinerziehende sind keine Ausnahme, keine Randgruppe, kein Sonderfall in unserer Gesellschaft: In jeder fünften Familie leben Kinder heute allein mit ihrer Mutter - manchmal auch allein mit dem Vater. Und es werden mehr: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Ein-Eltern-Familien in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent gewachsen.

Berufstätig sind die meisten von ihnen - dennoch ist das Armutsrisiko von Alleinerziehenden und ihren Kindern deutlich höher als bei Paarfamilien. Der steuerliche Freibetrag, mit dem der Staat die Alleinerziehenden entlastet, kann dieses Risiko natürlich nicht ausgleichen - aber er kann Alleinerziehende bei ihrem schwierigen Spagat unterstützen. Es ist deshalb richtig, den steuerlichen Freibetrag nach nun mehr als zehn Jahren aufzustocken.

Geradezu absurd aber ist der Koalitionskrach um die Frage, wer das bezahlen soll. Die Steuermehreinnahmen sind da - trotzdem hat sich das Gezerre zwischen Finanzminister und Familienministerin mittlerweile so hochgeschaukelt, dass beide kaum noch zurückkönnen, ohne als Verlierer zu gelten. Für die Betroffenen dagegen wäre statt Poker und Zank ein starkes, gemeinsames Signal wichtig: Wir sehen Eure Belastung und wir greifen Euch unter die Arme.

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