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Westfalenpost: Zu Afghanistan-Mandat

Hagen (ots) - An einem immerhin hat es den Deutschen nie gefehlt in Afghanistan, an gutem Willen. Es war insofern ein sinniger Einfall der parlamentarischen Regie, den Entwicklungshilfeminister auftreten zu lassen, bevor der Bundestag gestern über eine weitere Mandatsverlängerung debattierte. Niebel will noch mehr Helfer entsenden, er preist das Verdienst der Deutschen, wichtigste Geldgeber zu sein, er sieht immer noch Schatten am Hindukusch, aber vor allem viel, viel Licht: Die Kinder lassen wieder Drachen steigen. Es bedarf solch idyllische Botschaften, um gegen die wachsenden Zweifel anzureden. In der Bevölkerung bestanden sie schon immer, nun haben sie auf die Politik übergegriffen. So war die Debatte überschattet von der Andeutung der SPD, im nächsten Jahr den Konsens aufzukündigen, wenn nicht bald der Abzug terminiert werde. Darüber gibt es in der Regierung selber einen Dissens zwischen dem Außen- und dem Verteidigungsminister, der gerne bleiben möchte, solange es nötig ist. Dafür spricht gewiss die militärische Logik. Dagegen freilich die Einsicht in die Grenzen des guten Willens.

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