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Westfalenpost: Die Glut glimmt weiter

    Hagen (ots) - Die Glut glimmt weiter

    Von Stefan Pohl

    Die deutsche Wirtschaft ist nach einem Jahr stetigen Schrumpfens erstmals wieder gewachsen. Und die Aussichten, dass dies so bleibt, sind angesichts der verbesserten Auftragslage vieler Betriebe und des stabilen privaten Konsums nicht schlecht. Damit ist die Rezession zu Ende. So steht es im Lehrbuch, und darüber dürfen wir uns freuen. Ist damit alles gut, kann der schwerste Abschwung der Nachkriegszeit als Ausrutscher zu den Akten gelegt, können vor der Bundestagswahl wieder Wohltaten versprochen werden? Eher nicht. Denn in keinem Lehrbuch steht, dass nach einer Rezession der Aufschwung automatisch auf breiter Front einsetzt, die Auftragsbücher aller Unternehmen sich wie von selbst füllen, die Firmen massenhaft Personal einstellen und Preise wie Steuern und Abgaben fallen. So wird es nicht kommen. Im Vergleich zum Vorjahr stehen beim Bruttoinlandsprodukt immerhin sieben Prozent minus zu Buche. Bevor es wieder so richtig aufwärts gehen kann, sind erst die negativen Folgen der Rezession zu verarbeiten. Nicht nur werden im Herbst viele Firmen mit knappem Polster dazu übergehen, Mitarbeiter zu entlassen anstatt sie kurzarbeiten zu lassen. Mit anspringender Konjunktur werden vor allem die Energiepreise wieder steigen. Und mit höheren Steuern und Abgaben wird der Staat versuchen, die durch den Abschwung bedingten Löcher im Etat zu stopfen. Das Feuer der Rezession ist erloschen, die Glut glimmt noch.

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