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Westfalenpost: Heilsamer Zwang

    Hagen (ots) - EU schiebt Landesbanken-Neuordnung an Von Stefan Pohl Traurig, dass es erst des Zwangs durch die EU-Kommission bedurfte, um die Ministerpräsidenten zur Verschmelzung "ihrer" Landesbanken zu bewegen. Kein Landesfürst gibt freiwillig ein Machtmittel zur Gestaltung regionaler Strukturpolitik aus der Hand und auch kein Instrument zur Befriedigung persönlicher Eitelkeit. So schiebt die Brüsseler Behörde nun endlich an, was längst auf die politische Agenda gehört hätte. Wirtschaftlich unvernünftig klingt die Schrumpfkur nicht, die die EU als Auflage für die Genehmigung von Staatshilfe verordnet hat. Durch den Verkauf von Töchtern und die Aufgabe von Standorten und Bereichen wird der in guten Zeiten aufgeblähte WestLB-Apparat auf ein Maß zurückgestutzt, das rentables Wirtschaften erlaubt. Aber für die Beschäftigten brechen erneut harte Zeiten an, nicht nur für die in Dortmund, Münster, Köln und Bielefeld. Der angestrebte Eigentümerwechsel ist riskant. Nach dem mehrfachen Scheitern einer Fusion mit einer anderen Landesbank birgt das Bieterverfahren das Risiko, am Ende doch noch in die Hände von Finanzinvestoren zu geraten.

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