Das könnte Sie auch interessieren:

Deutsche Marine leitet neue Ära ein - Fregatte "Baden - Württemberg" wird Teil der Flotte

Wilhelmshaven (ots) - Am Montag, den 17. Juni 2019 um 14:15 Uhr, stellt die Deutsche Marine in Wilhelmshaven ...

"Der Barbier von Sevilla" aus Lugano im 3satFestspielsommer

Mainz (ots) - Samstag, 15. Juni 2019, um 20.15 Uhr Erstausstrahlung Im Rahmen des 3satFestspielsommers zeigt ...

Tag der Bundeswehr am 15. Juni 2019 Bundesministerin von der Leyen in Faßberg

Köln (ots) - Die Bundeswehr lädt ein: Zum fünften "Tag der Bundeswehr" am 15. Juni 2019 werden bundesweit ...

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von Neue Osnabrücker Zeitung

07.08.2018 – 05:00

Neue Osnabrücker Zeitung

NOZ: Ärzteschaft: Landesbehörden mit Pharmaskandalen "maximal überfordert"

Osnabrück (ots)

Ärzteschaft: Landesbehörden mit Pharmaskandalen "maximal überfordert"

Vorsitzender der Arzneimittelkommission: Bundesoberbehörden sollten Aufgaben übernehmen - Produktion von Arzneimitteln wieder verstärkt in Deutschland ansiedeln

Osnabrück. Nach den beiden jüngsten Pharmaskandalen nennt der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, die zuständigen Landesbehörden mit ihrer Überwachungsaufgabe "maximal überfordert". Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) sagte er: "Man muss sich fragen, ob nicht besser Bundesoberbehörden solche Aufgaben übernehmen sollten." Aufgabe der Behörden sei der Verbraucher- und Patientenschutz, betonte er: "Dass das in einem so reichen Land wie Deutschland nicht funktioniert, ist skandalös."

In Brandenburg soll der Medizingroßhändler Lunapharm in Griechenland und möglicherweise auch Italien gestohlene Krebsmedikamente an Apotheken in mehrere Bundesländer geliefert haben. Befürchtet wird unter anderem, dass das Diebesgut falsch gelagert wurde und den Medikamenten dadurch die Wirkung fehlt. Bereits Anfang Juli hatte der Rückruf von valsartanhaltigen Blutdrucksenkern für Schlagzeilen gesorgt. Grund ist eine produktionsbedingte Verunreinigung des Wirkstoffs Valsartan eines chinesischen Zulieferers mit dem potenziell krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin (NDMA).

Die Patienten seien durch die Fälle verunsichert. "Wir brauchen in Deutschland unbedingt Institutionen, die diese Funktion zentral wahrnehmen, die personell gut ausgestattet sind und die in der Lage sind, uns vor solchen Risiken zu schützen", forderte der Onkologe, der auch Mitglied der Taskforce zur Aufarbeitung des Pharmaskandals in Brandenburg ist. Im Fall der Blutdrucksenker sieht Ludwig auch die deutschen Hersteller in der Pflicht. "Sie müssen das, was sie hier importieren und womit sie hier Geld verdienen, auch jenseits von China so überprüfen, dass es sicher ist", betonte er.

Ludwig unterstützt die Forderung, die Produktion von Arzneimitteln wieder verstärkt nach Deutschland zu holen. Etwa 80 Prozent der hierzulande verfügbaren Wirkstoffe kommen inzwischen aus Billiglohnländern wie China. "Ich würde mich freuen, wenn wir irgendwann wieder die Apotheke der Welt würden", meint der Experte. Das würde nicht nur die Überwachung deutlich erleichtern, sondern auch das immer größer werdende Problem der Lieferengpässe entschärfen.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von Neue Osnabrücker Zeitung
  • Druckversion
  • PDF-Version

Orte in dieser Meldung

Themen in dieser Meldung