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Neue OZ: Kommentar zu Syrien

Osnabrück (ots) - Ohne den Iran geht es nicht

Der Auftakt der Syrien-Friedenskonferenz war wie erwartet enttäuschend. Die Maximalforderungen, die sowohl das Regime als auch die Opposition vorgetragen haben, liegen weit auseinander. Das überrascht nicht. Niemand konnte angesichts der vertrackten Situation ernsthaft davon ausgehen, dass sich gleich zu Beginn des Treffens eine Lösung abzeichnet. Entscheidend wird nun sein, inwieweit die syrischen Verhandlungspartner sich bewegen, und ob die Vermittler bereit sind, ihre eigenen Interessen hintanzustellen. Doch gibt es hier wenig Grund für Optimismus. Es ist bereits ein Erfolg, dass die Todfeinde, Regime und Opposition, in Montreux überhaupt an einem Tisch sitzen. Gerade weil sich die Konfliktparteien einmal mehr unbeirrt geben, müssen neue Ansätze her. In Syrien tobt längst ein Stellvertreterkrieg ausländischer Mächte. Deshalb ist es zwar wichtig, an die syrischen Kontrahenten zu appellieren, doch das reicht keineswegs aus. Der Iran und die Golfstaaten verteidigen in diesem Krieg ebenso ihre Interessen wie die USA und Russland. Solange diese Staaten das syrische Dilemma missbrauchen, um die eigene Vormachtstellung in der Region auszubauen, liegt Frieden für das geschundene Land in weiter Ferne. Teheran gehört daher zwingend an den Verhandlungstisch, wenn eine umfassende Lösung gefunden werden soll, und nur eine solche darf zur Debatte stehen.

Franziska Kückmann

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