Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Neue OZ - Gespräche mit Harald Terpe, Gesundheitsexperte der Grünen-Fraktion im Bundestag und Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Osnabrück (ots) - Grüne fordern neuen Anlauf für wirksame Alkoholprävention

Gesundheitsexperte Terpe: "Schwarz-Gelb hat die Industrie geschützt" - Gesetzliche Regelungen sollen Testkäufe ermöglichen

Osnabrück. Angesichts eines erneuten Anstiegs stationärer Behandlungen nach Alkoholmissbrauch fordern die Grünen von der künftigen Bundesregierung einen neuen Anlauf für wirksame Alkoholprävention. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) sagte der Gesundheitsexperte der Grünen-Fraktion im Bundestag, Harald Terpe: "Die Zahl der Alkoholvergiftungen ist in allen Altersgruppen auf einem neuen Rekordwert. Das zeigt: Die Bundesregierung scheitert bei der Alkoholprävention." Schwarz-Gelb habe die Alkoholindustrie geschützt und die einst geplante Nationale Strategie zur Alkoholprävention "beerdigt", sagte Terpe. "Wichtig wären zum Beispiel gesetzliche Regelungen für Testkäufe im Supermarkt und in Tankstellen", empfahl der Grünen-Politiker. "Auch die Alkoholwerbung sollte im Interesse des Jugendschutzes besser reguliert werden", riet der Drogen- und Suchtexperte seiner Fraktion.

Für den Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Raphael Gaßmann, sind die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ein "Dokument des Versagens einer Gesellschaft und einer Gesundheitspolitik". Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Gaßmann: "Der Umstand, dass immer mehr Jugendliche alkoholsüchtig würden, ist ausschließlich auf Erwachsene zurückzuführen." Jedes Jahr werde eine neue Rekordzahl von sogenannten Komasäufern verkündet, doch weder gesellschaftlich noch politisch ändere sich etwas. Dabei sei längst bekannt, was den Alkoholmissbrauch in Deutschland begünstige, sagte Gaßmann: sehr niedrige Preise, eine sehr hohe Verfügbarkeit, etwa an Tankstellen, eine intensive Werbung und ein nicht funktionierender Jugendschutz. "All das wurde beim Tabak geändert, und da funktioniert es wunderbar."

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Neue Osnabrücker Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: