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Neue OZ: Kommentar zu eRaeder

Osnabrück (ots) - Zurück zur Qual der Wahl

Skepsis war durchaus angebracht, als im Frühjahr die größten Buchhändler Deutschlands gemeinsam ihren ersten eReader Tolino vorstellten. Zu lange hatte der deutsche Buchhandel eher halbherzig, mehr ratlos als tatkräftig auf die eBook-Konkurrenz des amerikanischen Internetriesen Amazon reagiert. Doch nun zeigt sich, dass die Tolino-Allianz auf dem Weg ist, stattliche Marktanteile im digitalen Geschäft zu erobern. Denn erstmals haben sie eine ernst zu nehmende Alternative zu Amazons Kindle für unter hundert Euro in den Handel gebracht. Dieser, wiederbelebte, Wettbewerb hat Vorteile für den Verbraucher: Er hat, wie beim Kauf eines gedruckten Buchs, wieder die Qual der Wahl. Das gilt nicht nur für die Entscheidung zwischen verschiedenen Lesegeräten. Vor allem bedeutet es: Mit der Wahl eines eReaders muss man sich gleichzeitig nicht zwingend technisch exklusiv, wie im Fall des Kindle, an einen Buchhändler binden, um eBooks zu erwerben. In der Tat könnte das offene Vertriebssystem der Schlüssel für einen langfristigen Erfolg der Tolino-Allianz sein. Es wird aber auch einiges davon abhängen, ob schnell Bedingungen geschaffen werden können, die es mehr Buchhändlern ermöglichen, sich ihr anzuschließen.

Elke Schröder

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