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Neue OZ: Kommentar zu Agrar
Dioxin

Osnabrück (ots) - Der fast vergessene Skandal

Harles & Jentzsch? Belastete Futterfette? Für die meisten Verbraucher ist der Dioxin-Skandal längst Geschichte. Für die Bauern dagegen noch lange nicht. Viele Landwirte haben immer noch mit den Auswirkungen zu kämpfen. Vor allem mit den finanziellen Folgen. Die Tierseuchenkasse wird in diesem kriminellen Fall nicht einspringen. Vom insolventen Futterfett-Hersteller Harles & Jentzsch ist erst Recht kein Cent zu erwarten.

Dass die in die Affäre verwickelte Dammer Genossenschaft die beiden für ein desaströses Management vermutlich verantwortlichen Führungskräfte vor einigen Wochen per Mitgliederversammlung vor die Tür gesetzt hat, war überfällig. Es wird allerdings viel Zeit ins Land gehen, bis das Unternehmen das Vertrauen der Bauern wiedergewonnen hat, der Klientel also, deren Wohl sie im Sinn haben sollte.

In der Rückschau erscheint das Krisenmanagement vor allem in Niedersachsen zwar durchaus professionell, zumal es oft unter hohem Zeitdruck erfolgen musste. Unpassend waren jedoch die von persönlichen Eitelkeiten getriebenen politischen Scharmützel zwischen einigen Akteuren. Immerhin: Die Produktion von technischen und Futterfetten ist mittlerweile getrennt, die Landwirtschaftliche Rentenbank hilft mit zinsgünstigen Krediten. Eine Lösung für Europa ist das aber noch nicht.

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