Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Tarife
Bahn

Osnabrück (ots) - Schädlicher Egoismus

Schlechte Aussichten für Reisende und Güterverkehrskunden der Bahn: Nachdem die Zugführer die Signale auf Streik gestellt haben, drohen massive Einschränkungen. Denn die GDL, die Gewerkschaft der Lokführer, ist klein, aber stark und unnachgiebig.

Eindrucksvoll hat sie das vor drei Jahren gezeigt, als es mehrfach bundesweite Protestaktionen gab. Und, schlimmer noch: Der Arbeitskampf zog sich quälend lange hin, vom Frühsommer 2007 bis zum Frühjahr 2008. Mit der GDL ist also nicht zu spaßen, zumal sie sich auch noch einen harten Konkurrenzkampf mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG liefert.

Gibt es aber für Lokführer einen besseren Tarifabschluss als für Beschäftigte in den anderen Sparten, droht eine weitere Eskalation. Dann will die EVG nachverhandeln. Auch könnten weitere Berufsgruppen auf die Idee kommen, für ihre Einzelinteressen zu kämpfen: Fahrdienstleiter etwa oder Spezialisten in den Werkstätten. Folge wären unberechenbar viele Streiks, was niemand wünschen kann.

Zu solch schädlichem Egoismus gibt es Alternativen: Einheitsgewerkschaften und Arbeitgeber, die gleiche Arbeit gleich bezahlen. Doch dazu müsste die GDL den Sonderstatus als berufsständische Vertretung aufgeben. Und die konkurrierenden Bahngesellschaften müssten wieder gemeinsam zu den Tarifgesprächen antreten. Leider sind solche Signale zurzeit nicht absehbar.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Neue Osnabrücker Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: