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Neue OZ: Kommentar zu Medien
ARD
Fernsehlotterie
Lierhaus

Osnabrück (ots) - Chancen verpasst

Die Verantwortlichen der ARD-Fernsehlotterie haben gestern gleich mehrere Chancen verpasst: Sie hätten klipp und klar sagen können, mit welcher Summe sie Monica Lierhaus für ihr Engagement entlohnen, stattdessen versteckten sie sich hinter "vereinbartem Stillschweigen". Sie hätten offenlegen können, wie viele Spieler ihre Lose in den letzten Wochen gekündigt haben, stattdessen sprachen sie nebulös von einer "überschaubaren" Zahl, ohne diese konkret zu benennen. Sie hätten erklären können, warum ihnen Monica Lierhaus offenbar 450 000 Euro wert ist, stattdessen sprachen sie schwammig von einem Engagement, das so umfangreich sei, "dass sie ein Honorar verdient".

Dass Monica Lierhaus ein Honorar zusteht, ist unzweifelhaft. Warum diese Gage aber das Einkommen der Bundeskanzlerin um eine deutlich sechsstellige Summe übersteigen muss, bleibt vollkommen schleierhaft. Schließlich ist sie keine Formel-1-Weltmeisterin, die den neuen Sportwagen eines Autoherstellers bewirbt, sondern eine von einem schweren Schicksalsschlag gezeichnete Sportmoderatorin, die sich für andere hilfebedürftige und behinderte Menschen einsetzen will. Der Ball liegt nun in ihrer Hälfte. Da die Verträge unterschrieben sind, könnte nur sie durch freiwilligen Verzicht auf einen Teil des Honorars die Wogen glätten. Zum Mitgefühl würde sich Respekt gesellen.

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