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Neue OZ: Kommentar zu Russland
Geschichte
Gorbatschow

Osnabrück (ots) - Fairer Umgang nötig

Das russische Volk wäre gut beraten, mit dem letzten Sowjet-Präsidenten Michail Gorbatschow respektvoller und fairer umzugehen. Würden sich die einst in der kommunistischen Staatssklaverei bevormundeten Millionen Menschen an leere Fleischerläden, Denunzierungen, Razzien, KGB-Folter und Straflager erinnern, dann müssten sie anders urteilen.

Schließlich war es Gorbatschows Verdienst, mit seinem Kurs von Perestroika und Glasnost den Weg zu einem menschlicheren Staat beschritten zu haben. Auch wenn es ihm hauptsächlich um wirtschaftliche Stabilität ging. Doch der gut gemeinte Umbau lief dem anfangs bejubelten Reformer bekanntlich aus dem Ruder.

Während seiner Amtszeit beging Gorbatschow zudem eklatante Fehler wie etwa die Desinformation der Bevölkerung während der Tschernobyl-Katastrophe 1986. Der Friedensnobelpreisträger trägt auch die Verantwortung für das Massaker von Tiflis, als Sowjetsoldaten 1989 die nach Unabhängigkeit strebenden Kaukasier mit Spaten erschlugen.

Unterm Strich bleibt aber festzuhalten: Ohne Gorbatschows Weichenstellung gäbe es Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Selbstbestimmung im einstigen Ostblock nicht. Ebendiese Werte schränkt Russlands Premier und vorheriger Präsident Wladimir Putin ein. Ein Paradox der Geschichte, das den Russen zu denken geben sollte.

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