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Neue OZ: Kommentar zu Bundesbank
Weber

Osnabrück (ots) - Schlechter Diplomat

Schwere Schlappe für Angela Merkel: Ihr Kandidat für den EZB-Chefposten fliegt möglicherweise aus dem Rennen. Offenbar hat die Kanzlerin den Widerstand in der Eurozone gegen den derzeitigen Bundesbankpräsidenten unterschätzt.

Auf dem Höhepunkt der Euro-Krise hatte er sich gegen den Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank ausgesprochen. Mit der Maßnahme wollte die EZB Staaten wie Griechenland und Portugal vor der Pleite retten. Weber kritisierte den Schritt - und das ist es vor allem, was viele Euro-Partner erbost. Denn Weber trat nicht gerade diplomatisch auf.

Wer aber den EZB-Chefposten besetzt, der muss nicht nur fachlich qualifiziert, sondern auch kompromissfähig sein. Webers harte Linie in der Euro-Krise hat die Zweifel daran wachsen lassen. Vor allem Frankreich steht nicht mehr hinter Weber. Und gegen Paris wird Merkel keinen Kandidaten durchbekommen.

Damit schwinden die Chancen Deutschlands, den Posten überhaupt zu besetzen. Denn jeder weitere Kandidat wird wie eine B-Lösung wirken. Das ist nicht nur ärgerlich für Merkel, sondern auch für den Euro. Gerade in der Krise könnte die Währungsgemeinschaft eine Geldpolitik gebrauchen, wie sie in Deutschland Tradition hat: auf Strenge und Stabilität bedacht.

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