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Neue OZ: Kommentar zu Sudan

Osnabrück (ots) - Pulverfass vor der Tür

Der Schwarze Kontinent verwandelt sich in ein Pulverfass vor Europas Haustür. Werden weitere politische Lunten gezündet, könnte weltweit die Sicherheitsarchitektur aus den Fugen geraten. Afrikas Reichtum an Rohstoffen von Öl bis zu Seltenen Erden ist zugleich sein Verhängnis. Allein für China stünde viel auf dem Spiel, sollten weitere Staaten implodieren.

Denn Tunesien und Ägypten sind erst der Anfang. Der Machtkonflikt in der Elfenbeinküste ist ungelöst, die Zentralafrikanische Republik blickt in eine unsichere Zukunft. Auch in Nigeria brodelt es. Der Kampf zwischen Christen und Muslimen hatte schon Hunderte Tote zur Folge. Der Norden ächzt unter dem Klimawandel, im Niger-Delta läuft ein beispielloser Umweltfrevel ab. Und im April folgen Wahlen.

Die Teilung des Sudan droht auf dem Krisen-Kontinent zu einem weiteren Brandherd zu werden. Mag der Jubel in Juba über die Abspaltung vom Norden noch so groß sein: Das von Dürren, Kriegen und Korruption gezeichnete Land steht am Abgrund. Die Proteste gegen hohe Lebensmittelpreise sind ein Warnsignal. Im Süden fehlen Wasser, Strom und Straßen. Fast eine Million Menschen hungern, mehrere Millionen Binnenflüchtlinge wissen nicht wohin. Die Region Darfur an der Grenze zum Tschad bleibt eine tickende Zeitbombe. Die von Berlin zugesagten 2,5 Millionen Euro Sudan-Hilfe mögen dem deutschen Image nützen. Lösungen sehen anders aus.

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