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Neue OZ: Kommentar zu Agrar
Gesundheit

Osnabrück (ots) - Den Sumpf der Gauner trockenlegen

Immerhin: Die politischen Akteure hören endlich mit der verbalen Keilerei auf und konzentrieren sich auf das Wesentliche beim Dioxin-Skandal - den Schutz der Verbraucher. Der in Berlin verabschiedete 14-Punkte-Plan lässt hoffen, dass Bund und Länder nach dem Tohuwabohu der vergangenen Wochen zur Einsicht kommen. Nur gemeinsam kann es ihnen gelingen, den Sumpf der Lebensmittel-Gauner trockenzulegen.

Es ist höchste Zeit, Futtermittel-Hersteller schärfer zu kontrollieren und strengere Zulassungspflichten für andere Unternehmen in dieser Produktionskette einzuführen. Völlig falsch wäre es jedoch, alle Betriebe über einen Kamm zu scheren. Auch wenn die Branche lange brauchen wird, um diesen Imageschaden zu beheben: Nicht alle Firmen haben Dreck am Stecken. Wie so oft steckt jedoch der Teufel im Detail des Punkte-Plans. Die Futtermittel-Kontrollen sollen Ländersache bleiben, der Bund aber an der Überwachung der Kontrolleure beteiligt werden. Konflikte sind programmiert.

Überhaupt mögen Schlagworte wie Transparenz, Meldepflicht und Sicherheitsniveau für eine Weile zwar die Wut der Bürger betäuben. Doch der Phantomschmerz macht sich spätestens dann bemerkbar, wenn es bei wohlfeilen Worten bleibt. Wer es schon vergessen hat: Im Gammelfleisch-Skandal forderte der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer vehement das Einfärben von Schlachtabfällen. Bis heute ist nichts geschehen.

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