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Neue OZ: Kommentar zu Kunst
Museen

Osnabrück (ots) - Fanal im Jahr der Kulturhauptstadt

Ein Museum zieht um. Na und? In Dortmund geht es allerdings um mehr. Der Einzug des Museums Ostwall in das Dortmunder U markiert einen Wandel, der in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen ist. Dortmund wickelt sein Kunstmuseum ab. So lautet die pessimistische Variante. Dortmund macht sein Kunstmuseum zu einem Baustein einer neuen Digitalkultur. Dies wäre die optimistische Lesart.

Unabhängig von Interpretationen steht fest: Mit dem Museum am Ostwall verliert eine klassische Kultureinrichtung ihre Selbstständigkeit. Zugleich verändern sich die Vorzeichen: Im Dortmunder U geht es nicht vorrangig um Kunst, sondern um Kreativwirtschaft. Das ist ein Fanal - erst recht im Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr 2010.

Das einstige Museum am Ostwall hat diesen Schritt allerdings auch leicht gemacht. Ein betuliches Programm, zu wenig Besucher, ungepflegte Räume: Dieses Haus bot sich für den Zugriff der Kulturpolitiker geradezu an - ein warnendes Beispiel. Im ehemaligen Brauereiturm schrumpft das Haus nun auf eine knappe Ausstellungsfläche. Obendrein ist es dem Direktor des "U" unterstellt. Das beengt Spielräume auf dramatische Weise. Während gerade Kunstmuseen andernorts boomen, markiert Dortmund den gegenläufigen Trend. Seltsam - oder auch nicht. Die Revierstadt setzt nicht so sehr auf Kultur und Kunst, sondern auf eine digitale Welt, die vor allem als Wachstumsmotor gesehen wird. Das kann sogar eine konsequente Haltung sein. Wie ist also der Museumsumzug zu bewerten? Bleiben wir pessimistisch: Dortmund wickelt sein Museum ab.

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