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Neue OZ: Kommentar zu Energie
Atom
Merkel

Osnabrück (ots) - Schuss vor den Bug

Die einen schalten große Anzeigen in Zeitungen, die anderen planen Großdemonstrationen im Regierungsviertel: Je näher der Tag der Entscheidung über das Energiekonzept der Bundesregierung rückt, desto aufgeregter wird über das Pro und Kontra längerer AKW-Laufzeiten gestritten. Das kann man kritisieren, muss man aber nicht. Denn Klappern gehört nun mal zum Handwerk.

Interessanter ist die Frage, wer geschickter vorgeht und so letztlich den größeren Einfluss auf die Entscheidung der Kanzlerin und der Koalition haben wird. In dieser Frage sind die Würfel noch lange nicht gefallen. Möglicherweise geht der Schuss vor den Bug, den die Topmanager jetzt in Richtung der Koalition abgeben, sogar nach hinten los. Denn je lauter die Wirtschaft ihre Positionen postuliert, desto attraktiver wird es für die Bundesregierung, sich eher der Seite der Atomkraftkritiker anzunähern. Schließlich ist die Mehrheit der Bürger dagegen, die Laufzeiten der Kernkraftwerke allzu sehr zu verlängern. Und so erscheint es für die Volksparteien CDU/CSU verlockend, Unabhängigkeit von Interessengruppen zu demonstrieren.

Im Übrigen muss man kein Prophet sein, um einen klassischen Kompromiss vorherzusagen. Ja, die Energiewirtschaft wird ein wenig mehr zur Kasse gebeten. Aber nein, sie hat nichts Radikales zu befürchten und darf vorerst weiter viel Geld mit Atomstrom machen.

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