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Neue OZ: Kommentar zu Prozessauftakt
Tod Brunners

Osnabrück (ots) - Grenzen aufzeigen

Der Fall Dominik Brunner schockiert. Der Chef von 500 Mitarbeitern musste sterben, weil er in einer Münchner S-Bahn Zivilcourage gezeigt hat, als er Jugendlichen zu Hilfe eilte. Die Totschläger stehen nun vor Gericht. Dass sie sich als Opfer präsentieren, ist das gute Recht der Verteidigung. Hoffentlich schöpft der Richter aber am Ende aus, was das Strafgesetzbuch hergibt.

Denn der Tod des mutigen Brunners gibt Anlass, den Umgang der Gesellschaft mit brutalen jungen Wiederholungstätern kritisch zu hinterfragen. Schließlich sind die beiden S-Bahn-Schläger keine Ausnahme, sondern nur die Spitze des anwachsenden Aktenbergs bei den Jugendrichtern. Es gibt dieses emotional verwahrloste und moralisch verrohte Milieu, das durch gut gemeinte Pädagogik kaum zu stoppen ist.

Die Totschläger von München waren zum fraglichen Zeitpunkt nicht einmal volljährig, aber bei Justiz und Polizei altbekannt. Sie hatten auch schon alle Sozial- und Jugendhilfeeinrichtungen durchlaufen. Es ist richtig, diesem Personenkreis zu helfen. Nur: Ist eine Musiktherapie dazu immer das richtige Mittel? War es wirklich ein Zufall, dass sich die Schläger schon morgens mit Alkohol volllaufen ließen, obwohl sie in einer Drogentherapie-Einrichtung lebten? Im Fall Brunner sollten den Tätern Grenzen aufgezeigt werden - klar und deutlich.

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