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Neue OZ: Kommentar zu Kultur
Südafrika

Osnabrück (ots) - Viel zu einseitig?

Haben wir nicht richtig hingesehen? Bei der Frage nach Künstlern, die Südafrikas Kultur repräsentieren, sind wir auf Personen weißer Hautfarbe gestoßen - ohne Ausnahme. Das sieht verdächtig nach Einseitigkeit aus. Die Auswahl gibt über ihre Zufälligkeit hinaus Aufschluss über ein Land, das auch kulturell nach seinem angemessenen Selbstbild sucht. Sind Kunst und Kultur in Südafrika noch zu sehr alleinige Sache einer weißen Oberschicht? Dieser Befund erscheint plausibel. Die Spuren der Rassentrennung kennzeichnen den Staat, der früher in einen scharfen Gegensatz von Buren und Menschen in Townships zerfiel, auch weiterhin. Sprache und kulturelle Codes sind kein Allgemeingut, sondern behindern oft noch als Schranken die Verständigung. Es ehrt gerade die großen Autoren Südafrikas, dass sie unabhängig von ihrer Hautfarbe einen klaren Blick für das Schisma der Rassentrennung behalten haben. Neben Nadine Gordimer ist John M. Coetzee das zweite beeindruckende Beispiel für diese Haltung. Das Land am Kap sucht sich selbst, gerade als Kulturnation. Eine Aufgabe für die Zukunft.

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