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Neue OZ: Kommentar zu Bildung

Osnabrück (ots) - Besser orientieren

Das ist eindeutig zu viel: Rund jeder vierte Student verlässt Universität oder Fachhochschule ohne Abschluss. Auch wenn Deutschland mit dieser Quote im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht dasteht. Die schätzungsweise mehr als zwei Milliarden Euro, die Studienabbrecher jährlich kosten, fehlen, um angehenden Akademikern im chronisch unterfinanzierten Bildungssystem eine bessere Ausbildung zu ermöglichen. Das ist doppelt bitter: Denn sowohl eine Beeinträchtigung der Lehre als auch die im Staatenvergleich niedrige Zahl an Hochschulabsolventen behindern die Zukunftsfähigkeit des Landes.

Die Schuld für diese Misere allein den Universitäten oder der Bologna-Reform zu geben, zielt allerdings zu kurz. Auch die duale Ausbildung kämpft mit hohen Abbrecherquoten: Jeder fünfte Lehrling gibt hierzulande vorzeitig auf. Insgesamt lässt sich aus diesen Daten ablesen, dass die Berufsorientierung während der Schulzeit mangelhaft ist. Junge Menschen bekommen keinen ausreichenden Überblick über die in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegene Zahl an Berufen oder Studiengängen. Entsprechend zufällig stolpern manche in Ausbildungsbetrieb oder Hochschule - und der Abbruch ist programmiert. Klar: Solche Fälle werden niemals auszuschließen sein, könnten aber durch bessere Kooperationen von Schulen mit Betrieben und Universitäten reduziert werden.

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