Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Energie
Gasprom

Osnabrück (ots) - Schwer zu berechnen

Nur scheinbar weit weg spielen Russlands Bemühungen, das ukrainische Leitungsnetz unter Kontrolle zu bringen. Dem deutschen Gaskunden aber sind sie ganz nah. Denn Russland ist die wichtigste Quelle mit wachsendem Anteil am deutschen Markt. Und sein halbstaatlicher Energie-Riese Gasprom wird umso stärkeren Einfluss aufs Preisgefüge in Deutschland gewinnen, je weiter seine Strategie aufgeht: die gesamte Wertschöpfung vom heimischen Gasfeld über die Leitungssysteme in Transitstaaten bis zum Versorgungsunternehmen in Westeuropa abzugreifen.

Die Folgen dieser Strategie für Deutschland bleiben unberechenbar. Zweifellos kann die weitere Ballung von Marktmacht bei Gasprom sogar die Versorgungssicherheit erhöhen. Aber wenn dieses Unternehmen über Beteiligungen tatsächlich die gesamte Vermarktungskette bis in deutsche Privathaushalte in die Hand bekommt, entsteht genau das Gegenteil dessen, worauf die EU hinaus will: mehr Wettbewerb und Preisdruck nach unten durch die Trennung von Gashändlern und Netzbetreibern. Unberechenbarkeit steckt auch in der Konstruktion von Gasprom. Motive der Macht- und Außenpolitik spielen in seinen Entscheidungen eine selbst nach Maßstäben der Energiebranche ungesund große Rolle.

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