Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Parteien
Wahlen
Nordrhein-Westfalen

Osnabrück (ots) - Politisch unreif

Das Ergebnis der Nordrhein-Westfalen-Wahl am Sonntag war für die FDP zweifellos zum Schwarzärgern. Die Liberalen hatten gehofft, die konservativen Wählerschichten mit abgreifen zu können, indem sie alles auf die schwarz-gelbe Karte setzten. Die Idee, vor allem die Bürgerlichen im bunten nordrhein-westfälischen Menschenschlag-Gemenge zu mobilisieren, hat nicht hingehauen. Was folgte, war eine Wahlschlappe, die selbst dem chronisch redegewandten Guido Westerwelle zeitweise die Sprache verschlug.

Auch Westerwelles NRW-Mann Andreas Pinkwart scheint der Paukenschlag nachhaltig zugesetzt zu haben. Der Landeschef taumelt, seine Partei gerät angesichts der Verlockung, eventuell doch weiterregieren zu können, und der Angst, schon wieder als Umfallerpartei dazustehen, ins Schwanken.

Tatsächlich wäre ein geräuschloses Umschwenken in Richtung Ampelkoalition kein geschickter Zug. Dafür grassierte vor der Wahl zu viel Ausschließeritis in den liberalen Reihen. Koalitionsoptionen abzusagen, bevor überhaupt nach Gemeinsamkeiten geforscht wurde, ist aber genauso ungeschickt. Es zeigt eine politische Unreife, die einer regierungserfahrenen Partei schlecht zu Gesicht steht.

Die FDP versteift sich auf Schwarz-Gelb, wehrt trotzig andere Mitspieler ab. Sich so an einen Partner zu hängen ist in einer sich ausdifferenzierenden Gesellschaft voller Protest-, Wechsel- und Nichtwähler von gestern.

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