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Neue OZ: Kommentar zu Griechenland

Osnabrück (ots) - Selber sparen

Auf die Griechen kommen harte Zeiten zu - mit Blick auf die Gefahr von Unruhen vielleicht zu harte. Die Aktionen der Gewerkschaften wirken nach der immensen ausländischen Hilfe trotzdem eher wie Provokationen denn Protest. Denn die Hilfe ist vielleicht ein alternativ-, in jedem Fall aber beispielloser Akt der europäischen Solidarität. Andere Länder geben aus der Not heraus Geld, das sie selbst nicht haben.

Auch das birgt Gefahren, denn die Griechen-Krise hat mit der Lage rund um die Lehman-Pleite die Ursache gemeinsam: unangemessene Ausgaben. Die Amerikaner konsumierten privat fröhlich über ihre Verhältnisse. Die Griechen konnten sich ihren staatlichen Standard nicht leisten.

Die beste Vorbeugung gegen Finanzkrisen besteht somit nicht etwa in einer globalen Steuer auf den Geldverkehr. Sie liegt auch nicht darin, Staaten akut zu helfen. Es nutzt ebenso wenig, hinter jeden Banker einen Aufseher zu stellen. Das Kernproblem ist, dass sich viele Konsumenten wie Staaten nach wie vor als Gernegroß gerieren und schlicht mehr ausgeben, als gut für sie wäre.

Das klingt nach Binsenweisheit, ist es aber offenbar nicht, solange die Schuld lieber Banken und Rating-Agenturen zugeschoben wird, Sparprogramme außerhalb Griechenlands aber unterbleiben. So gesehen, kommt Athen unverhofft sogar eine Vorbildrolle zu. Denn endlich einmal selbst zu sparen wäre auch nicht schlecht.

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