Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Umwelt
Naturschutz
Vogel des Jahres

    Osnabrück (ots) - Ein Vogel als Politikum

    Wer hätte das gedacht: Die Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres wird zum Politikum. Sportfischer fühlen sich durch das Vorgehen der Vogelschutzverbände düpiert. Sie schreien nun so laut auf, weil sie Regelungen in Gefahr sehen, die den Abschuss des Vogels erlauben, der in den Augen der Angler freilich eine schwarze Pest ist.

    Doch ihr Gezeter - mag es in Teilen auch verständlich sein - trifft die Falschen. Denn eines geht in der hitzigen Debatte derzeit unter: Adressat der Kritik müsste eigentlich Brüssel sein. Denn erst die EU-Vogelschutzrichtlinie von 1979 hat den Phalacrocorax carbo vor dem Verschwinden bewahrt. Um 1900 war der Supertaucher fast ausgerottet.

    Mit der aktuellen Auszeichnung setzen die Naturschützer deshalb ein beachtliches Signal. Es könnte dazu führen, dass die durch Länder-Vorgaben in die Wege geleitete Regulierung von Kormoran-Beständen auf den Prüfstand kommt. Wichtig wäre dabei zweierlei: Kormorane als Bestandteil natürlicher Gewässerökosysteme zu begreifen, zugleich aber berechtigte Interessen von Fischzüchtern nicht zu vergessen. Was helfen könnte: den Kormoran in Ruhezonen fernab von Zuchtanlagen zu locken oder Fischteiche durch Netze zu schützen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Neue Osnabrücker Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: