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Neue OZ: Kommentar zu Russland
Kriminalität
Menschenrechtler

    Osnabrück (ots) - Rambo im Kaukasus

    Anna Politkowskaja, Magomed Jewlojew, Stanislaw Markelow, Anastassija Baburowa, Natalja Estemirowa und jetzt Sarema Sadulajewa. Diese Menschenrechtler und Journalisten starben, weil sie es wagten, kritische Fragen zu stellen, Nachforschungen anstellten und Unrecht nicht hinnehmen wollten. Im aktuellen Fall reichte es aus, minderjährigen Opfern des Tschetschenien-Krieges zu helfen.

    Die Liste der politischen Morde in Russland ist jedoch noch viel länger, die Reaktion leider immer dieselbe: Bestürzung im Westen, Unschuldsmiene im Kreml. Und offizielle Ermittlungen verlaufen meist im Sande. Besonders ekelhaft wird es, wenn Ramsan Kadyrow, Moskaus Statthalter in Tschetschenien, die Morde als zynisch verurteilt, aber später grinsend über die Opfer herzieht.

    Auch wenn die Spuren nicht direkt in seine Villa bei Grosny führen, so hat Kadyrow mit Duldung der russischen Regierung ein Klima der Angst geschaffen, das den gesamten Nordkaukasus erfasst hat. Auch in Inguschetien und Dagestan sorgen seine Schergen bereits auf zweifelhafte Weise für Recht und Ordnung. Die Frage ist: Wie lange kann sich der Kreml diesen selbstgefälligen Rambo noch erlauben - oder läuft etwa alles genau nach Plan?

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