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Neue OZ: Kommentar zu Iran
Wahlen

    Osnabrück (ots) - Wählt den Wandel!

    Auch diese Wahl im Gottesstaat Iran wird am Ende weder frei noch demokratisch sein. Steht doch ohnehin fest, dass sich Ajatollah Chamenei und sein Wächterrat Parlamentarier und Präsident gerne als Marionetten halten. Dennoch kommt dem Urnengang eine große Bedeutung zu. Gerade jetzt, da US-Präsident Obama den Iranern die Hand zum Dialog ausgestreckt hat, sollte die Bevölkerung ein Signal des Wandels aussenden, in dem Präsident Ahmadinedschad an den Wahlurnen abgestraft wird.

    Er hat die Wirtschaft ruiniert, die Armut vergrößert, Terroristen gefördert und das Land weiter isoliert. Seriöse Untersuchungen zeigen aber seit Jahren, dass viele Iraner nichts mit dem vergifteten Geist des Holocaust-Leugners Ahmadinedschad und mit dem Tugendterror der Ajatollahs gemein haben. Vor allem die junge und gebildete Schicht in Teheran fordert mehr Demokratie und ökonomischen Fortschritt, Ende der Korruption und eine Rückkehr ihrer Heimat in den Kreis geachteter Staaten. Die Kraftpole im Land pendeln zwischen Rock und Religion, Freiheitsstreben und Fundamentalismus, Studentenpartys und Steinigungen.

    Dass der frühere Premier Mussawi nun als großer Reformer gefeiert wird, ist arg übertrieben. Der aussichtsreichste Herausforderer Ahmadinedschads dürfte jedoch gegenüber dem Westen und der arabischen Welt eher auf Kompromisse als auf Konfrontation setzen.

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