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Neue OZ: Kommentar zu USA
Guantánamo
Uiguren
Palau

    Osnabrück (ots) - Die Überzeugungskraft des Dollar

    In den Machtzentren Washingtons und Berlins dürfte gestern ein erstes Aufatmen zu vernehmen gewesen sein: Ach wie gut, dass es Palau gibt. Von der Existenz dieses Inselstaates in den Weiten des Pazifiks wussten bis gestern außer dem Präsidenten Toribiong und seinen 20 000 Untertanen nur wenige. Doch nun schreibt dieses Inselparadies weltweit Schlagzeilen, weil es 17 Uiguren aus dem berüchtigten US-Gefangenenlager Guantánamo aufnehmen will, die kein anderer haben wollte.

    Die Chinesen nicht, weil sie ihre Landsleute für Terroristen halten. Und auch in Deutschland formierte sich Widerstand. Die Innenminister der Länder torpedierten die Pläne des Außenministers. Zwischen den Fronten die Kanzlerin, die US-Präsident Obama Hilfe bei der Lagerschließung versprochen hatte, ihr Wort aber weder halten noch brechen konnte. Hitzige Debatten über Sicherheitsrisiken und diplomatische Verstrickungen sind nun wie weggeweht. Vorerst zumindest, denn noch ist das Problem Guantánamo nicht gelöst.

    Derzeit rühmt sich der Inselpräsident der Größe seiner Humanität. Eine Gesinnung, die mit Geldkoffern aus den USA befördert wurde. Obama weiß um die Überzeugungskraft des Dollar. Doch auch die hat Grenzen. Dutzende weitere Gefangene, denen nichts nachzuweisen ist, hoffen auf Asyl. Die neuen US-Anfragen an Berlin zeigen: Das Thema ist nicht vom Tisch.

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