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Neue OZ: Kommentar zu Somalia
Piraterie

    Osnabrück (ots) - Kurieren an Symptomen

    Die Aufregung ist groß angesichts der zunehmenden Piraten-Überfälle vor Ostafrikas Küsten. Verständlich, die Entführungen bedrohen eine auch für die Wirtschaft der westlichen Welt lebenswichtige Schifffahrtsader. Das erklärt, dass die Bemühungen zu deren Schutz inzwischen auf Hochtouren laufen. Geleitzugpläne werden entworfen, Fregatten auf den Weg geschickt, polizeiliche und militärische Druckmittel auf ihre Erfolgsaussichten abgeklopft.

    Kurzfristig gibt es zu Militäraktionen keine Alternative. Wunder sollte aber niemand davon erwarten. Denn wie so manches Heilmittel kurieren sie nur an Symptomen, die Ursachen des Seeverbrecher-Unwesens beseitigen sie nicht. Die liegen vor allem im jämmerlichen Zustand Somalias, eines Landes, in dem - mit kleinen Unterbrechungen - seit fast 20 Jahren jede staatliche Ordnung fehlt. In dem Clanchefs sich um Macht und Geld balgen.

    Und nicht zuletzt: das auch immer wieder zum Abenteuerspielplatz kurzsichtiger ausländischer Interessenten geworden ist. Die gaben vor, hier den militanten Islamismus und den Terrorismus bekämpfen zu wollen. Dabei trieben sie durch ihre Einmischung die Radikalisierung und den Zerfall des Landes erst recht voran. Somalia und seine geschundene Bevölkerung brauchen nicht Bevormundung, sondern bedingungslose Hilfe.

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