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25.05.2020 – 11:56

WHU - Otto Beisheim School of Management

Studie legt großen Anteil von Menschen mit Hang zu Verschwörungstheorien unter Demonstranten gegen zu weitreichende Corona-Maßnahmen nahe

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Die Kritiken aus der Bevölkerung an den Corona-Maßnahmen der Regierungen sind mittlerweile vielfältig. Während sie einigen deutlich zu weit gehen, gehen sie anderen nicht weit genug. Die Professoren Mei Wang (WHU - Otto Beisheim School of Management) und Marc Oliver Rieger (Universität Trier) haben jetzt herausgefunden, wodurch die Kritiken entstehen und dass sich unter den Demonstranten gegen zu weitreichende Maßnahmen häufig Menschen mit Hang zu Verschwörungstheorien befinden.

Zu stark oder doch zu schwach? Warum Bürger den Lockdown kritisieren

Die Studie Trust in Government Actions During the COVID-19 Crisis” zeigt nach Auswertung einer Befragung von weltweit mehr als 100.000 Menschen, wie die Kritik an zu starken aber auch zu laschen Maßnahmen der Regierungen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus entsteht. Eine weitere Befragung legt nahe, dass insbesondere Bürger mit Hang zu Verschwörungstheorien deutlich schneller Kritik an zu weitreichenden Maßnahmen üben.

20. Mai 2020

In den vergangenen Wochen gab es in vielen Ländern Kritik an Maßnahmen gegen die COVID-19-Krise. Zugleich gibt es in vielen Ländern aber auch Unzufriedenheit über unzureichende Maßnahmen der Regierungen. In einer Studie von Prof. Dr. Mei Wang, WHU – Otto-Beisheim-School of Management und Prof. Dr. Marc Oliver Rieger, Universität Trier, wird untersucht, was diese Meinungen verursacht, und wie sich das auf die Zufriedenheit mit der jeweiligen Regierung auswirkt. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind dabei sehr groß: Große Unzufriedenheit herrscht z.B. in Thailand, Venezuela und Russland. Sehr zufrieden sind die Menschen hingegen in Vietnam, Qatar und Neuseeland. Deutschland rangiert im oberen Mittelfeld.

Wichtigster Faktor für die Zufriedenheit ist dabei, dass die Maßnahmen als wohl dosiert – nicht zu stark und nicht zu schwach – empfunden werden. Dabei gibt es eine große Asymmetrie: Ein “Zu wenig” resultiert oft aus schwachen Reaktionen auf die Krise und aus hohen Todeszahlen, während ein “Zu viel” von diesen “harten” Fakten unbeeinflusst ist. Stattdessen spielt etwas ganz anderes eine Rolle: Die Empfänglichkeit für Verschwörungstheorien aller Art. Unter denjenigen, die die Maßnahmen in Deutschland als “zu stark” wahrnehmen, zeigten zwei Drittel eine Tendenz zu Verschwörungstheorien. Bei den anderen war es nicht einmal jeder Vierte. Wang und Rieger erläutern dazu, dass natürlich nicht jeder Kritiker in die Schublade “Verschwörungstheoretiker” gesteckt werden solle, es aber so scheint, dass die Mehrheit der Kritiker an zu “starken” Einschränkungen in der Tat in diese Kategorie fällt.

Weitere Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise finden Sie auf der WHU Corona-Expertise-Seite unter: www.whu.edu/de/covid-19/

Zu den Autoren der Studie:

Prof. Dr. Mei Wang ist Inhaberin des Lehrstuhls für Behavioral Finance an der WHU – Otto Beisheim School of Management

Tel.: +49 (0)261 6509 220

Email: mei.wang@whu.edu

Prof. Dr. Marc Oliver Rieger ist Inhaber der Professur für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier

Tel.: +49 (0)651 - 201 2721

Email: mrieger@uni-trier.de

WHU – Otto Beisheim School of Management:

Die WHU – Otto Beisheim School of Management ist eine international ausgerichtete, privat finanzierte Wirtschaftshochschule im Universitätsrang mit Sitz in Vallendar und Düsseldorf. An der WHU forschen und lehren mehr als 50 Fakultätsmitglieder in den Bereichen Management, Finanz- und Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Unternehmertum und Innovation, Marketing und Vertrieb sowie Supply Chain Management. Die hohe Forschungskompetenz der WHU ist das Ergebnis einer Besinnung auf drei wesentliche Forschungsgrundsätze: Qualität, Internationalität und Anwendungsbezug für Lehre und Praxis.

Die Strategie der WHU fußt auf vier Kernwerten: Exzellenz, Unternehmertum, ein starker Zusammenhalt und eine kosmopolitische Kultur. Eine Atmosphäre, die durch Offenheit, Neugierde, Vielfalt und Chancengleichheit geprägt ist, ist für die WHU von größter Bedeutung.

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