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Neues Online-Tool: Klimaschutz motivierend und sozial gerecht gestalten

Pressemitteilung

Berlin, 17. Februar 2026

Neues Online-Tool: Klimaschutz motivierend und sozial gerecht gestalten

Klimaschutzmaßnahmen werden nur dann umgesetzt und langfristig erfolgreich sein, wenn sie gesellschaftlich unterstützt werden. In einem unabhängigen, durch Spenden und Eigenmittel finanzierten Projekt hat das Öko-Institut untersucht, welche Faktoren dazu beitragen, dass Maßnahmen als motivierend und sozial gerecht wahrgenommen werden.

Online-Tool für breit unterstützte Klimaschutzmaßnahmen

Im Projekt wurde der „Maßnahmencheck Klimapolitik & Gesellschaft“ entwickelt. Das Online-Tool unterstützt Akteurinnen und Akteure dabei, Maßnahmenideen für den Klima- und Umweltschutz so auszugestalten und zu kommunizieren, dass gesellschaftliche Akzeptanz-, Gerechtigkeits- und Motivationsfaktoren frühzeitig berücksichtigt werden. Der Maßnahmencheck richtet sich vor allem an Akteure mit wenig Zeit oder wenig Vorwissen zu gesellschaftlichen Aspekten des Klimaschutzes. Dabei kann es sich zum Beispiel um Kommunalverwaltungen, zivilgesellschaftliche Initiativen oder politische Beratungsgremien wie Klimabeiräte handeln.

„Das Tool soll Akteure während der Entwicklung von Maßnahmen für gesellschaftliche Aspekte sensibilisieren und helfen, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen“, sagt Dirk Arne Heyen, Projektleiter am Öko-Institut. „So können Aspekte, die die Zustimmung und Motivation steigern, bereits frühzeitig eingeplant werden.“ Anhand von Leitfragen zu sieben verschiedenen Prüfaspekten erhalten Nutzerinnen und Nutzer eine kurze Einschätzung sowie konkrete Empfehlungen, wie sie Maßnahmen sozial gerechter gestalten, besser kommunizieren und wirkungsvoller umsetzen können.

Gezielte Förderung ermöglicht Teilhabe am Klimaschutz

Forschungsergebnisse zeigen etwa, dass die Sorge vor finanzieller Überforderung durch Klimaschutzmaßnahmen weit verbreitet ist. Dies ist bei der Entwicklung neuer Maßnahmen zu beachten, zum Beispiel durch zielgerichtete und einkommensabhängige Förderinstrumente. Dadurch können vulnerable Gruppen wie Haushalte mit geringem Einkommen nicht nur geschützt werden, sondern auch am Klimaschutz teilhaben und zum Beispiel von langfristigen Kosteneinsparungen durch klimafreundliche Technologien profitieren. Das führt dazu, dass Klimaschutzmaßnahmen eher unterstützt werden, da sie als sozial gerecht empfunden werden.

Wirksame Maßnahmen und gelingende Kommunikation

Geplante Klimaschutzmaßnahmen leicht verständlich zu kommunizieren, ist ein weiterer wichtiger Faktor für die Akzeptanz und Motivationswirkung. „Wichtig für Menschen ist, dass Maßnahmen wirksam und gut umsetzbar sind. Dies sollte bei der Kommunikation im Fokus stehen“, so der Wissenschaftler. In den im Projekt durchgeführten Fokusgruppen hat sich eine Vielfalt an Faktoren gezeigt, die Menschen hemmen, Klimaschutz zu unterstützen und umzusetzen. Wie etwa die Sorge um Brandgefahr oder zu geringer Reichweite bei Elektroautos. Dort muss die Kommunikation ansetzen, zielgruppenspezifisch Informationen bereitstellen und Vorteile anhand von alltagsnahen Beispielen herausstellen. Auch sollten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gewonnen werden, deren Vorbild zum Handeln motiviert.

Das Online-Tool und weitere Publikationen entstanden im Spendenprojekt „Bausteine motivierender und sozial gerechter Klimapolitik“ des Öko-Institut e.V. Im Rahmen des Projekts wurden unter anderem der Forschungsstand zum Thema ausgewertet sowie vier Fokusgruppen mit Bürger*innen zu den Themen Gebäudesanierung und Elektromobilität durchgeführt.

Maßnahmencheck Klimapolitik & Gesellschaft

Policy Brief „Motivationsfaktoren und Gerechtigkeitsempfinden in der Bevölkerung bei Klimaschutzmaßnahmen“ des Öko-Instituts

Policy Brief „Autofahrende im ländlichen Raum und ihre Einstellungen zur Elektromobilität“ des Öko-Instituts

Policy Brief „Selbstnutzende Hauseigentümer*innen und ihre Einstellungen zur Gebäudesanierung“ des Öko-Instituts

Podcast „Wenden bitte!“ Episode 45 „Wie wird Klimaschutz gerecht?“ mit Jonathan Schreiber, veröffentlicht am 29.1.2026

Ansprechpartner am Öko-Institut

Dirk Arne Heyen

Senior Researcher im Institutsbereich

Umweltrecht & Governance

Öko-Institut, Büro Berlin

Telefon: +49 30 405085-356

E-Mail: d.heyen@oeko.de

Das Öko-Institut ist seit seiner Gründung vor mehr als 40 Jahren eine der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft. Es erarbeitet Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

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Öko-Institut
Mandy Schoßig
Öffentlichkeit & Kommunikation
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