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Circular Economy und die sozial-ökologische Wende zusammen denken

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Pressemitteilung

Freiburg, 31. Januar 2024

Circular Economy und die sozial-ökologische Wende zusammen denken

Weniger Rohstoffe verbrauchen, verbindliche Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften schaffen, hohe Produktqualität und ein gemeinsames, positives Zukunftsbild: Das sind die wesentlichen Aufgaben auf dem Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Wie das konkret aussehen könnte, zeigt das neue Policy Brief des Öko-Instituts. Neben den Empfehlungen zur Umsetzung werden auch die Herausforderungen verdeutlicht: Die Circular Economy muss gewinnbringender werden als die aktuelle lineare Wirtschaftsweise. Klima-, Ressourcen- und Biodiversitätsschutz, Rohstoffsicherheit und menschliches Wohlbefinden können nur durch einen grundsätzlichen Wandel unserer Art des Wirtschaftens und Konsumierens entstehen.

Ein sozialeres und gerechteres Miteinander im Blick

Das große Ziel bei der Wende hin zu einer Circular Economy ist es, den Rohstoffverbrauch zu senken. In Bereichen, in denen es viel Potenzial gibt, Rohstoffe einzusparen, wie Wohnen, Mobilität und Ernährung geht die Umsetzung einer Circular Economy mit den Instrumenten für mehr Klimaschutz Hand in Hand. In anderen ressourcenintensiven Sektoren wie Informations- und Kommunikationstechnik, Textilien oder Verpackungen zielen die Maßnahmen auf die Haltbarkeit, die Stärkung von Wiederverwendung, Reparatur und den Einsatz von Sekundärrohstoffen. Konsum sollte Bedürfnisse erfüllen, aber innerhalb der begrenzten Ressourcen bleiben. Viele Maßnahmen bedeuten Änderungen in den alltäglichen Gewohnheiten und sind daher gesellschaftspolitisch sensibel. Diese Veränderungen ermöglichen aber auch ein sozialeres und gerechteres Miteinander, mehr Zeit und Wohlbefinden.

„Das Überschreiten planetarer Grenzen wird starke Auswirkungen auf unser Leben haben, deswegen ist es keine Option, alles im Ist-Zustand zu belassen. Ein positives Zukunftsbild kann dabei helfen, für notwendige Veränderungen zu motivieren und den politischen Stillstand zu durchbrechen“, sagt Clara Löw, Autorin des Policy Briefs.

Ressourcenschutzgesetz für rechtliche Verbindlichkeit

Ein Ressourcenschutzgesetz könnte, ähnlich wie das Klimaschutzgesetz, verbindliche Ziele für die Reduktion des Rohstoffkonsums festlegen und definieren, wie die Einhaltung überprüft werden kann. Daraus leitet sich der Bedarf für weitere politische Maßnahmen ab: Ambitionierte Mindestanforderungen an Produkte im Rahmen der neuen europäischen Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte und Steuern auf beispielsweise Einweg- und schlecht recycelbare Verpackungen. Zudem wäre eine erweiterte Herstellerverantwortung sinnvoll, die Unternehmen konsequenter an den Aufwendungen, Kosten und Verpflichtungen beteiligt, die mit den Umweltauswirkungen ihrer Produkte einhergehen.

Positive Ansätze gibt es bereits: Dank des wirksamen regulativen Rahmens hat sich die Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft zu einem innovativen Wirtschaftszweig entwickelt. Second-Hand-Läden und gebrauchte Ware werden für mehr Konsumentinnen und Konsumenten interessant und auch auf EU-Ebene gibt es politische wegweisende Gesetze wie die Batterieverordnung aus dem letzten Jahr. „Diese positiven Ansätze reichen noch nicht für einen umfassenden Wandel, sie sind aber ein Anfang“, sagt Dr. Izabela Kosińska-Terrade, Projektleiterin am Öko-Institut.

Der Policy Brief ist die zentrale Veröffentlichung im Rahmen des Spendenprojekts „Circular Economy: Aufruf und Vorschläge zur zirkulären Wirtschaft“ des Öko-Instituts. Das Projekt hat untersucht, wie eine wirksame Kreislaufwirtschaft etabliert werden kann.

Policy Brief „Circular Economy – Gesellschaftliches Wohlbefinden innerhalb planetarer Grenzen“ des Öko-Instituts

Weitere Informationen

Factsheet „Circular Economy – Ein neues Konsumverhalten etablieren“

Factsheet „Circular Economy – Lebens- und Nutzungsdauerverlängerung von Elektro- und Elektronikgeräten“

Factsheet „Circular Economy – Rücknahme von Elektroaltgeräten“

Factsheet „Circular Economy – Reduktion des Verpackungsaufkommens“

Blogbeiträge zum Thema Circular Economy

Ansprechpartnerinnen am Öko-Institut

Clara Löw

Wissenschaftlicher Mitarbeiterin im Institutsbereich

Produkte & Stoffströme

Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg

Telefon: +49 761 45295-276

E-Mail: c.loew@oeko.de

Dr. Izabela Kosińska-Terrade

Senior Researcher im Institutsbereich

Ressourcen & Mobilität

Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt

Telefon: +49 6151 8191-161

E-Mail: i.kosinska@oeko.de

Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

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