Alle Storys
Folgen
Keine Story von Öko-Institut e.V. mehr verpassen.

Öko-Institut e.V.

Verhandlungsexpertin Anke Herold über die COP26

Ein Dokument

Pressemitteilung

Freiburg/Berlin, 28. Oktober 2021

Verhandlungsexpertin Anke Herold über die COP26

Bekommen die Entwicklungsländer die zugesagten 100 Milliarden Dollar pro Jahr für Klimaanpassung und Klimaschutzmaßnahmen? Mit der Beantwortung dieser Frage steht und fällt der Erfolg der nächste Woche startenden Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow. 2009 hatten die Industrieländer diesen Betrag zugesagt und beschlossen; im Jahr 2021 fehlen aber immer noch 20 Milliarden.

Diese Einschätzung gibt Anke Herold in der sechsten Episode des Podcasts „Wenden bitte! Der Podcast zu Wissenschaft und nachhaltigen Transformationen“ vom Öko-Institut. Die Wissenschaftlerin ist seit der ersten Weltklimakonferenz 1998 bei fast allen internationalen Klimaverhandlungen dabei gewesen, von 1998 bis 2018 als Verhandlungsführerin der EU für die Bereiche Berichterstattung und Transparenz.

Zum Podcast des Öko-Instituts

Fehlende Vorbereitungssitzungen

Die diesjährige Weltklimakonferenz sei eine „große Herausforderung“, da die üblichen Vorbereitungskonferenzen nicht in Präsenz stattfanden. „In Glasgow muss ein Thema in drei Sitzungen verhandelt werden, wofür es normalerweise 20 gibt“, sagt die Geschäftsführerin des Öko-Instituts.

Entscheidung über Umfang der Berichtserstattung

Ein wichtiger Verhandlungspunkt in Glasgow werden die so genannten Berichtserstattungstabellen sein, in denen die Länder über ihre Emissionen Auskunft geben – bisher ein Flickenteppich, der die Überprüfung der Klimaziele behindere.

„Es gibt bisher ein zweigeteiltes System zwischen Industrie- und Entwicklungsländern“, sagt Herold. Während die Industrieländer verpflichtet sind, jährlich einen umfassenden Bericht mit 75 Tabellen und Erklärungen abzugeben, seien die neusten Emissionszahlen Chinas von 2014, Indiens von 2016. Und Saudi-Arabien habe letztes Jahr überhaupt den ersten Bericht abgegeben – mit Zahlen von 2012. Das Pariser Abkommen hat ein gemeinsames System geschaffen, aber auf der Detailebene muss man sich noch auf eine einheitliche Linie einigen.

Rolle des Öko-Instituts bei den Verhandlungen

Anke Herold wird über diese Transparenzrichtlinien bei der COP26 verhandeln, ihre Kollegen Dr. Lambert Schneider und Lorenz Moosmann gehören ebenfalls der europäischen Verhandlungsgruppe an. Moosmann verhandelt auch zum Thema Transparenz, Schneider verhandelt zum Thema Kohlenstoffmärkte, insbesondere Artikel 6 des Pariser Abkommens.

Selbst gesetzte Länderziele reichen noch nicht aus

Zur Klimakonferenz haben 116 Staaten neue Ziele vorgelegt. Das Problem sei, dass die globale Erwärmung demnach immer noch zu hoch läge, und zwar bei 2,4 Grad. „Da muss noch mehr nachkommen. Vor allem China und Indien haben noch keine Aktualisierung ihrer Ziele vorgelegt. Australien, Neuseeland, Japan und Russland „haben ein bisschen gemogelt“, so Herold. Diese Länder hätten zwar „neue“ Ziele vorgelegt, jedoch stehe dort „nichts Neues drin“.

Wissen statt Alltagsberatung

Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderiert Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin unter anderem mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeitsthemen. 45 bis 60 Minuten spricht sie mit Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation, und jeweils einem Gast über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die neue „Langstrecke der Umweltpodcasts“.

Die Episoden 1 bis 6

Episode 1: „Warum ist Wasserstoff der Champagner der Energiewende?“mit Dr. Felix Chr. Matthes, erschienen am 8. April 2021

Episode 2: „Wie geht es mit dem Flugverkehr nach Corona weiter?“mit

Jakob Graichen, erschienen am 21. Mai 2021

Episode 3: „Was bringt die Bürgerbeteiligung bei der Endlagersuche?“mit Julia Mareike Neles, erschienen am 1. Juli 2021

Episode 4: „Wie verlängern wir das Leben unserer Elektrogeräte?“mit Siddharth Prakash, erschienen am 5. August 2021

Episode 5: „Wie sozial kann die Energiewende sein?“mit Dr. Katja Schumacher, erschienen am 23. September 2021

Episode 6: „Was bringen internationale Klimaverhandlungen?“mit Anke Herold, erschienen am 28.Oktober 2021

Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei Apple Podcasts sowie bei Spotify

Zum Podcast auf der Website des Öko-Instituts mit Shownotes und weiteren Hintergrundinformationen

Ansprechpartnerin am Öko-Institut

Mandy Schoßig

Leiterin des Referats

Öffentlichkeit & Kommunikation

Öko-Institut e.V., Büro Berlin

Telefon: +49 30 405085-334

E-Mail: m.schossig@oeko.de

Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

www.oeko.de | blog.oeko.de | twitter.com/oekoinstitut | www.oeko.de/e-paper

Öko-Institut e.V.
Mandy Schoßig
Öffentlichkeit & Kommunikation
Borkumstraße 2
D-13189 Berlin
Tel: +49 30 405085-334 m.schossig@oeko.de
Weitere Storys: Öko-Institut e.V.
Weitere Storys: Öko-Institut e.V.
  • 27.10.2021 – 11:01

    Photovoltaik-Ausbau in Gefahr: Wirtschaftlichkeit muss gesteigert werden

    Pressemitteilung Freiburg/Berlin, 27. Oktober 2021 Photovoltaik-Ausbau in Gefahr: Wirtschaftlichkeit muss gesteigert werden Photovoltaik-Dachanlagen bis 100 Kilowattpeak können aktuell nur mit Eigenverbrauch wirtschaftlich betrieben werden. Wird der gesamte erzeugte Strom ins Netz eingespeist, lohnt ...

    Ein Dokument
  • 26.10.2021 – 11:02

    Netzausbau intelligent beschleunigen

    Pressemitteilung Freiburg/Berlin, 26. Oktober 2021 Netzausbau intelligent beschleunigen Um den Netzausbau für die Energiewende zu beschleunigen, muss sich nicht geltendes Recht, sondern die Praxis der Stromnetzbetreiber ändern. Damit diese technologieoffener als heute arbeiten, muss die Politik Anreize setzen, so dass die bestehenden und die neuen ...

    Ein Dokument
  • 25.10.2021 – 11:01

    Vorschlag für ein „Windenergie-an-Land“-Gesetz

    Pressemitteilung Freiburg/Berlin, 25. Oktober 2021 Vorschlag für ein „Windenergie-an-Land“-Gesetz Bundesweit einheitliche Regelungen für den Ausbau der Windenergie an Land helfen, schnell mehr Windenergieanlagen zu errichten und bringen so den Klimaschutz voran. Ein neues „Windenergie-an-Land“-Gesetz kann dafür die Größen der Flächen pro ...

    Ein Dokument