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25.04.2019 – 11:10

Öko-Institut e.V.

Power-to-X transparent und nachhaltig fördern

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Pressemitteilung

Freiburg/Berlin, 25. April 2019

Power-to-X transparent und nachhaltig fördern

Power-to-X-Anlagen, die aus Strom Wasserstoff und weitere Energieträger bereitstellen, sollten transparent gefördert werden. Über geeignete Förderprogramme sollen die Kosten für die Technologie so stark gesenkt werden, damit sie mittelfristig ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Eine generelle Netzentgeltbefreiung für Power-to-X-Anlagen, wie sie derzeit im Rahmen des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (Nabeg) diskutiert wird, ist aus Sicht des Öko-Instituts kein geeignetes Förderinstrument. Kern der Kritik des Öko-Instituts: Die Befreiung von Netzentgelten für solche Anlagen ist eine indirekte und intransparente Förderung. Sie verschleiert so die tatsächlichen Kosten der Technologien und führt zu Mehrbelastungen der Stromkunden, insbesondere der privaten Haushalte, obwohl die produzierten Stoffe in anderen Sektoren wie dem Verkehr genutzt werden.

"Ausnahmen zur Zahlung der Netzentgelte sollten nur erfolgen, wenn sie sachgerecht begründet sind", fordert Christoph Heinemann, Wissenschaftler am Öko-Institut. "Die Argumentation, Power-to-X-Anlagen sollten genauso wie Stromspeicher behandelt werden, reicht dafür nicht aus. Per se werden die meisten Power-to-X-Anlagen keine Stromspeicher sein, sondern erzeugen aus Strom (Kraft-)Stoffe etwa für den Verkehrssektor."

Nachhaltigkeitskriterien für eine zukunftsorientierte Förderung

Stattdessen sollte, so das Öko-Institut, eine transparente Förderung eingesetzt werden, mit der die Technologien weiterentwickelt und zur Marktreife geführt werden können. Diese sollte sich daran orientieren, wie gut die einzelnen Power-to-X-Anlagen ohne zusätzliche Belastung in das Stromnetz integrierbar sind und vor allem welchen Beitrag sie leisten, Treibhausgasemissionen zu vermeiden.

Dabei sind viele Fragen noch offen, etwa nach den Sektoren, in denen die Power-to-X-Energieträger zum Einsatz kommen sollen. Auch müssten konkrete Kriterien definiert werden, nach denen eine Förderung angesetzt wird, etwa die Reaktion der Anlage auf die Einspeisung von erneuerbaren Strom sowie der Standort im Netz vor den gängigen Netzengpässen, damit diese nicht verstärkt werden.

"Power-to-X-Anlagen sollten nur dann als Klimaschutztechnologie gefördert werden, wenn für ihren Betrieb nicht die Kohlekraftwerke hochgefahren werden", fordert Peter Kasten, Experte für nachhaltige Kraftstoffe am Öko-Institut. "Eine Förderung von Power-to-X auf Basis von Nachhaltigkeitskriterien stellt den Klimaschutzbeitrag dieser Technologie sicher und erhöht so auch die Investitionssicherheit für die Betreiber der Anlagen."

Beitrag strombasierter Kraftstoffe für den Klimaschutz

Strombasierte Stoffe sind nach Einschätzung des Öko-Instituts mittel- bis langfristig ein wichtiger Baustein, um die Treibhausgasemissionen in Wirtschaftsbereichen, wie dem Industrie- und Verkehrssektor zu senken. Der Grund: Der aus erneuerbaren Energien gewonnene Strom, der zu Gas oder Treibstoff umgewandelt wird, kann in Anwendungen genutzt werden, die erneuerbaren Strom nicht direkt nutzen können. Dazu gehören etwa die Stahlproduktion, die Seeschifffahrt und der Flugverkehr.

Ansprechpartner am Öko-Institut

Zum Thema Netzintegration von Power-to-X

Christoph Heinemann

Senior Researcher im Institutsbereich

Energie & Klimaschutz

Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg

Telefon: +49 761 45295-228

E-Mail: c.heinemann@oeko.de

Zum Thema Nachhaltigkeitskriterien für Power-to-X

Peter Kasten

Senior Researcher im Institutsbereich

Ressourcen & Mobilität

Öko-Institut e.V., Büro Berlin

Telefon: +49 30 405085-349

E-Mail: p.kasten@oeko.de

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