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WAZ: Zahlen, um zu retten - Kommentar von Hendrik Groth

    Essen (ots) - Derzeit ist es schwer, den Wahrheitsgehalt des Magazin-Berichtes nachzuprüfen. Fakt ist, dass bei vergleichbaren Entführungsfällen im Irak oder in Kolumbien Lösegeld geflossen ist. Immer wurde offiziell dementiert, unter der Hand über Gewährsmänner aber gezahlt. Auch Berlin wird eine hohe Summe zur Verfügung stellen, wenn sich so das Leben von Rene Bräunlich und Thomas Nitzschke retten lässt. Das ist ohne Zweifel richtig und dazu gibt es keine Alternative. Nach einem hoffentlich glücklichen Ausgang dieses Geiseldramas sollte allerdings die Bundesregierung die Firma Cryotec zur Kasse bitten. Sie hat die zwei Techniker ohne ausreichenden Schutz in eine der gefährlichsten Gegenden des Iraks geschickt. Dutzende Ausländer waren schon zuvor verschleppt worden. Der Begriff „Entführungsindustrie” hat sich im Irak etabliert. Vor diesem Hintergrund das Verhalten von Cryotec lediglich als fahrlässig zu bezeichnen, wäre die Untertreibung des Jahres. Dass das Unternehmen unabhängig vom Schicksal seiner zwei Techniker weiterhin im Irak tätig sein will, macht dann sogar sprachlos.

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